„Muss erst ein Kind gebissen werden“

Dorffrieden in Gefahr: Freilaufende Hunde tyrannisieren die Böddenstedter

In Böddenstedt treiben drei freilaufende Hunde ihr Unwesen. Ein anderer Hund soll bereits gebissen worden sein. Die Nachbarn können vor Dauergebelle nachts nicht schlafen.
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In Böddenstedt treiben drei freilaufende Hunde ihr Unwesen. Ein anderer Hund soll bereits gebissen worden sein. Die Nachbarn können vor Dauergebelle nachts nicht schlafen.

Böddenstedt – „Wir wollen hier nur in Ruhe und Frieden leben und keinen Ärger“, sagen die Böddenstedter. Doch den gibt es. Mit einem Nachbarn oder besser mit dessen freilaufenden Hunden. Die drei Schäferhundmischlinge machen nicht nur das Altdorf unsicher.

Auch im Neudorf wurden sie schon gesichtet. Dabei sind Zäune für die Tiere kein Hindernis. Und nachts müssen die Nachbarn Dauergebelle ertragen.

„Wir haben schon alles versucht, mit dem Hundebesitzer gesprochen, ihn gebeten, ihm sogar einen Brief geschrieben – alles umsonst“, schildern die Nachbarn. Das dauere seit etwa zwei Jahren an. Inzwischen konnten sich auch schon zwei Ordnungsamtsmitarbeiter der Stadt von der Situation überzeugen. Mehrere Mails und am vergangenen Donnerstag ein Gespräch mit Bürgeramtsleiter Andreas Hensel hätten bislang auch nichts gebracht, ärgern sich die betroffenen Böddenstedter.

Auch die Polizei war Ende Januar schon bei ihrem Nachbarn angerückt – wegen der freilaufenden Hunde, die an der Bushaltestelle zwischen den Schulkindern umherstreunten, berichten die Nachbarn. „Muss erst ein Kind gebissen werden?“, fragte ein besorgter Vater im AZ-Gespräch. Ein anderer erzählt davon, dass sein Hund beim Gassigehen von den im Dorf freilaufenden Hunden des Nachbars angefallen worden seien. So geschehen am 24. März, berichtet er. Zuvor sei sein Hund bereits durch den Zaun gebissen worden.

„Wir trauen uns schon gar nicht mehr in unseren Garten. Wir haben Angst, denn die Zäune sind für die Hunde kein Hindernis“, sagt eine Böddenstedterin. Und setzt hinzu: „Wir haben die Hunde noch nie an der Leine gesehen.“

Für die drei Streuner gibt es auf dem heimischen Hof keine Probleme, auszubüxen. Es gibt kein Hoftor, ja nicht einmal Angeln, in die man eines einhängen könnte. „Es kehrt einfach keine Ruhe ein. Die Behörden müssen endlich handeln“, sind die acht engsten Nachbarn sich einigen, mit denen die AZ sprach.

Auf Nachfrage bei der Stadt Salzwedel war gestern aus dem Rathaus keine Antwort zu bekommen.

VON HOLGER BENECKE

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