Barnebeck feiert 800. Geburtstag / „Immer schon freundschaftliche Verbindungen in den Westen“

Ein Dorf zwischen den Grenzen

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Das Barnebecker Organisatorenteam freut sich und ist voller Tatendrang: Der kleine Ort mit seinen rund 130 Einwohnern feiert am 19. August seinen 800. Geburtstag und hat dafür so einiges an Programmpunkten in petto.

Barnebeck. Wenn man mit einem Ortschronisten sprechen will, erwartet man irgendwie einen älteren, gesetzten Herren mit Rauschebart und Brille, der in alten Akten stöbert.

1967 gehörte Barnebeck noch zum Bezirk Magdeburg. Von dem Schild ist nur ein Foto übrig geblieben.

Wer aber in Barnebeck mit dem Dorfchronisten spricht, wird überrascht sein und schnell merken, dass in Barnebeck so einiges anders läuft. Denn Ortschronist Toni Winkelmann ist 26 Jahre alt, trägt Sneaker und Karo-Hemden und schleppt seine Ortschronik (zumindest teilweise) in seinem Handy mit sich. Im Alter von zwölf Jahren begeisterte sich der Barnebecker für die Geschichte seines Ortes und sammelt seitdem alles, was er in die Finger bekommen kann. Runde um Runde drehte er im Ort, um alte Fotos zu sammeln.

Die Barnebecker Ortsmitte mit Pferdegespann und Spaziergängern auf einer Postkarte aus dem Jahr 1910.

„Leider ist die vormalige Chronik um die Zeit des Zweiten Weltkrieges herum verschwunden“, berichtet der geborene Barnebecker, der nunmehr in Uelzen lebt. Auch ein Punkt, in dem Barnebeck sich von vielen Dörfern unterscheidet. Wer in Barnebeck geboren und aufgewachsen ist, der kommt immer wieder gerne zurück, berichtet Alice Vierke. Und im August, so hoffen die beiden, werden wieder viele Barnebecker und Ehemalige in das kleine beschauliche Örtchen zurückkehren. Denn Barnebeck, mit seinen derzeit 130 Einwohnern, feiert seinen 800. Geburtstag.

„Barnebeck leitet sich vom niederdeutschen Bernebecke ab, was so viel heißt wie sprudelnder Bach. Und dieser Bach ist in früheren Zeiten schon als Grenze genutzt wurden“, erzählt Toni Winkelmann. Aber, so betont er, die Barne-becker hatten immer ein freundschaftliches Verhältnis zu ihren Nachbarorten – auch und besonders zu denen im Westen. „Wenn zu Zeiten der DDR in Barnebeck jemand beerdigt wurde, konnte man immer die Nienbergener auf einer Anhöhe stehen sehen, wo sie an der Beisetzung teilgenommen haben. Und auch heute noch feiern wir unser Osterfeuer am Ostersonntag, damit die Nienbergener daran teilnehmen können.“

800 Jahre – das will und soll gefeiert werden. „Zunächst stand die Überlegung an, das Fest kleiner zu gestalten. Aber wir haben uns gedacht, wir werden nur einmal 800“, berichtet Alice Vierke, die sich im Organisationsteam engagiert. „Wir haben einfach Lust darauf, diesen Geburtstag zu feiern und wollen was Anständiges auf die Beine stellen.“

Dies soll am Sonnabend, 19. August, geschehen. Ab 12 Uhr steht die Begehung durch den Ort an, Treffpunkt ist das Ortsschild Richtung Thune. Gegen 14 Uhr beginnt das Programm. „Wir haben uns verschiedene Spiele und Wettkämpfe überlegt“, so Vierke.

Auch Toni Winklemann möchte mit seinen über 1500 Fotos eine Ausstellung über die Geschichte Barnebecks vorbereiten. Wer noch Unterlagen und Dokumente über den Ort hat, kann diese mitbringen und direkt vor Ort archivieren lassen.

Ab 16 Uhr ist dann für reichlich Unterhaltung gesorgt mit der Tanzgruppe Fitschebeen und den Kickerfreunden Salzwedel. Abends ab 20 Uhr drehen dann „Just in Time“ auf der Tanzfläche auf.

Von Katja Lüdemann

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