Nach Wochen verspricht Bürgermeisterin Vor-Ort-Termin

Gefährliche Gärreste gleich hinterm Gartenzaun – ein Dorf wehrt sich

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Klaus-Dieter Middelhoff (v.r.), Reinhard Kunkel und Gerd Peters protestieren gegen den Gärrestbehälter an ihren Grundstücken.

Stappenbeck. Vier Vertreter der Bürgerinitiative (BI) gegen den Gärrestbehälter in Stappenbeck konnten endlich mit Bürgermeisterin Sabine Blümel und Bauamtsleiterin Martyna Hartwich reden. Wochenlang hatte das Quartett um Klaus-Dieter Middelhoff darauf gewartet.

Die BI kritisiert die Rolle der Stadt im Genehmigungsverfahren für den landesweit größten Gärrestbehälter, der 10 600 Kubikmeter Überbleibsel von Kläranlagen fasst und dessen Bau nur 130 bzw. 150 Meter von ihren Grundstücken entfernt begonnen hat. Zudem schätzen die Anlagengegner rund 2500 Fahrzeugbewegungen durch ihr Dorf, wenn der Behälter gefüllt und geleert wird.

Der Altmarkkreis hatte das Bauwerk genehmigt, nach massiven Protesten der Stappenbecker aber einen Baustopp verhängt. An dem Verfahren ist auch die Stadt beteiligt worden. Die BIler kritisieren: „Zwei Seiten Vordruck, zwei Haken darauf gemacht, dann hat Bauamtsleiterin Martyna Hartwich unterschrieben.“ Doch sie habe am Donnerstag gekontert, dass sie alle Unterlagen an Ortsbürgermeister Michael Bade geschickt habe und als nach zwei Monaten keine Antwort kam, dies als Zustimmung gewertet habe, berichtet Middelhoff der AZ.

Nur: Davon hat im Ort niemand etwas mitbekommen. Erst als der große Bottich gebaut wurde, fragten die Stappenbecker nach und waren schockiert. Inzwischen sind in 57 Haushalten 94 Unterschriften gegen den großen Gärrestbehälter am Ortsrand zusammengekommen.

Bürgermeisterin Sabine Blümel habe den Aktivisten erklärt, dass die Stadt nicht der Entscheidungsträger sei und in Richtung Altmarkkreis gewiesen, berichtete Middelhoff. Zudem solle es keine Alternativen zu dem Behälterstandort gegeben haben. Middelhoff und seine Mitstreiter sind sich einig: „Die versuchen sich her-auszureden.“ Denn sie sehen genügend Bauplatz neben der Mahlsdorfer Biogasanlage, deren Gärreste in den Stappenbecker Behälter gefahren werden sollen. Zudem vermissen sie in den Plänen eine Methangasabsaugung. Nun soll es eine Ortsbegehung mit der Bürgermeisterin, Vertretern des städtischen Bauamtes sowie des Bau- und des Umweltamtes des Kreises geben. Die BIler befürchten – ohne sie.

Von Holger Benecke

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