Ortschaft bekommt Vertrag für Gerätehaus

Dorf ohne Feierraum? Sonderweg für Cheine

Das Cheiner Gerätehaus befindet sich im Dorfzentrum – und war von der Altgemeinde auch als Feierraum ausgebaut worden. Nun soll ein Vertrag aushelfen.
+
Das Cheiner Gerätehaus befindet sich im Dorfzentrum – und war von der Altgemeinde auch als Feierraum ausgebaut worden. Nun soll ein Vertrag aushelfen.

Cheine / Salzwedel – Immer wieder ist es in den Dörfern rund um Salzwedel zu hören gewesen: Die Dorfgemeinschaftshäuser bleiben bis auf Weiteres für private Veranstaltungen geschlossen.

Was im Umkehrschluss bedeutet: Irgendwann nach überstandener Corona-Pandemie öffnen sie wieder.

Im Ortsteil Cheine ist die Lage etwas spezieller. Das liegt daran, dass die Altgemeinde Seebenau nach Aussage von Ortsbürgermeister Frank Ludwig vor Jahren lieber etwas mehr Geld ins örtliche Gerätehaus gesteckt hat, als ein eigenes Dorfgemeinschaftshaus bauen zu müssen. Was sich nun ungünstig ausgewirkt hat: Denn Gerätehäuser sollen in erster Linie der Feuerwehrarbeit dienen und nicht privaten Feiern.

Plötzlich stand der Ort ohne Feierraum da – Ortsbürgermeister Ludwig machte Druck und wollte die Situation geklärt wissen. Offenbar mit Erfolg, denn die Stadtverwaltung hat einen Raumnutzungsvertrag erarbeitet.

Bürgeramtsleiter Andreas Hensel besprach kürzlich in Cheine mit den Ortschaftsvertretern im Beisein von Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel die Einzelheiten. Würde das Gerätehaus wie ein normales Dorfgemeinschaftshaus behandelt, so Hensel, hätte jeder Einwohner der Einheitsgemeinde einen Anspruch auf Nutzung. Doch das sei nicht gewollt und stehe in Konflikt mit der Feuerwehrarbeit.

Stattdessen soll die Örtlichkeit über individuelle Absprachen ausschließlich den Bürgern der Ortschaft zugänglich gemacht werden – auf Grundlage des Raumnutzungsvertrages. Sitzungen des Ortschaftsrates sind übrigens ausgenommen – diese dürfen auch in anderen Dorfgemeinschaftshäusern unter Einhaltung der Corona-Auflagen stattfinden.

Für Andreas Hensel sei die Abmachung mit den Cheinern ein „ausgewogenes Vertragswerk“ – ohne dass der Vertrag physisch bei der Besprechung vor Ort vorlag. Darin werden außerdem die Gebühren geregelt: 60 Euro pro Tag und 30 Euro für einen zweiten Tag, wurde ausgemacht. Kurzzeitnutzung, beispielsweise für zwei Stunden, könnte zehn Euro kosten. Geklärt wurden zudem die Haftungsregeln für Mieter und Vermieter.

Noch nicht klar ist hingegen, was vor dem Gerätehaus passiert. Den Ortschaftsrat stört das Parken vor der Feuerwehreinfahrt – ein Problem im Einsatzfall. Ein entsprechendes Verbotsschild wurde daher gefordert. Ein separater Termin soll die Sache klären, erfuhr die AZ.

VON JENS HEYMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare