Dioxin: Kein Verdacht im Altmarkkreis

Keine Verdachtsfälle: Auch der Hühnerbetrieb bei Steinitz brauchte nicht gesperrt zu werden, denn es wurden keine belasteten Futtermittel in den Altmarkkreis geliefert.

SALZWEDEL (mei). Der Altmarkkreis ist bisher von dem bundesweiten Skandal um das dioxinverseuchte Tierfutter verschont geblieben. „Wir brauchten keine landwirtschaftlichen Betriebe zu sperren“, sagte Amtstierarzt Dr. Frieder Oßwald gestern.

Nach Kenntnis des Amtstierarztes ist kein belastetes Futter in den Altmarkkreis Salzwedel geliefert worden. „Deshalb gibt es bei uns keine Verdachtsfälle und auch keine vorsorglichen Betriebsschließungen“, sagte Dr. Frieder Oßwald gestern auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Darüber sei man „sehr froh“.

Auch Kontrollen im größten Mischfutterwerk der Region in der Nähe von Apenburg hätten diesbezüglich keine Verdachtsmomente ergeben, so Oßwald.

Anders sieht es in anderen Regionen Sachsen-Anhalts aus. Wie berichtet, mussten 18 Agrarbetriebe gesperrt werden. In sieben Fällen sei erwiesen, dass die Mastbetriebe dioxinbelastetes Tierfutter erhalten haben. In elf Fällen bestehe der Verdacht, hieß es aus dem Magdeburger Landwirtschaftsministerium weiter dazu.

Landesweit wurden vermutlich 55 Tonnen verseuchter Futterfette von einem Betrieb im Landkreis Anhalt-Bitterfeld zu 1000 Tonnen Futtermittel verarbeitet. Dieses Futter sollen sieben Hühner- bzw. Schweinemastbetriebe komplett verfüttert haben. Möglicherweise hat eine weitere Lieferung das krebserregende Gift enthalten, das an elf Betriebe ausgeliefert wurde. Auch diese sind gesperrt worden.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Itzehoe gegen den Futtermittelhersteller aus Uetersen, der Reste aus der Biodieselherstellung und Nahrungsmittelindustrie aufgekauft und zu Viehfutter verarbeitet haben soll.

Indes ist die Verunsicherung bei den Verbrauchern weiter groß. Auf der sicheren Seite dürfte sein, wer im Supermarkt Bioeier kauft. Denn biologisch produzierende Betriebe dürfen derartige Futtermittel nicht verwenden. Dr. Frieder Oßwald kann zumindest für die Biobetriebe im Altmarkkreis Salzwedel sprechen, wenn er sagt, dass der Verzehr dieser Eier unbedenklich sein dürfte. Das gelte auch für die Eier der privaten Kleinerzeuger, die beispielsweise auf den Wochen- und Bauernmärkten verkauft werden.

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