Dioxin: Nun doch ein Verdacht im Altmarkkreis

Kein Endmastfutter für Küken: Das möglicherweise dioxinbelastete Futter, das in einem Hähnchenmastbetrieb im Altmarkkreis beschlagnahmt wurde, ist (noch) nicht verfüttert worden. Denn momentan hält der Betrieb nur Küken, für die das Futter ungeeignet ist.

Von Ulrike Meineke - Salzwedel. In Sachen dioxinverseuchtes Futtermittel gibt es im Altmarkkreis nun doch einen Verdachtsfall: In einem Hähnchenmastbetrieb sind möglicherweise 16 Tonnen Futtermittel belastet. Glücklicher Umstand: Verfüttert wurde diese Sendung (noch) nicht.

Nun gibt es im Altmarkkreis möglicherweise doch einen Betrieb mit dioxinverseuchtem Futtermittel. Noch am Donnerstag hatte Amtstierarzt Dr. Frieder Oßwald freudig verkünden können, dass keine mit dem krebsfördernden Gift belasteten Futtermittel in den Kreis geliefert wurden und deshalb keine Betriebe gesperrt werden mussten. Am Freitag sei allerdings eine Information aus dem Magdeburger Landesverwaltungsamt gekommen, dass in einem Hähnchenmastbetrieb möglicherweise belastetes Futter gelagert werde. Um welchen Betrieb es sich handelt, sagte der Amtstierarzt nicht.

„Das Futter haben wir beschlagnahmt und verplombt“, so Oßwald. Er betont ausdrücklich, dass dieses Futter nicht an die Tiere gegeben wurde. Es handele sich um Endmastfutter, das die Hühner in späteren Entwicklungsstadien bekommen. Momentan würden in dem Betrieb aber nur Küken gehalten. „Die letzten Hähnchen wurden dort im Dezember geschlachtet“, so der Kreistierarzt weiter. Es handele sich um 16 Tonnen Futtermittel, die nun untersucht würden. Denn ob die Sendung wirklich dioxinbelastet ist, ist unklar. Es bestehe lediglich der Verdacht. Mit einem Ergebnis rechnet Oßwald nicht vor einer Woche.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt gegen den Futtermittelhersteller aus Uetersen, der Reste aus der Biodieselherstellung und Nahrungsmittelindustrie aufgekauft und zu Viehfutter verarbeitet haben soll. Das schleswig-holsteinische Agrarministerium in Kiel teilte mit, dass Proben 77 Mal mehr Dioxin als zulässig enthielten. Über 4 700 Betriebe, die meisten in Niedersachsen, mussten bisher gesperrt werden. Sie können erst wieder ausliefern, wenn sie nachweisen, dass Eier, Geflügel und Schweinefleisch aus ihrer Produktion kein Dioxin enthalten.

Das bei Verbrennungen entstehende Umweltgift steht im Verdacht, Krebs auszulösen oder zu fördern.

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