Stadt räumt mit Gerüchten auf

Spielgeräte an den Stapelteichen bleiben / Infotafeln wurden zerstört

Enten und Schwäne
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Enten und Schwäne sind an den Stapelteichen zu sehen. Das Biotop, das von vielen Menschen besucht wird, ist am 19. Oktober 1995 eingeweiht worden.
  • VonArno Zähringer
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Die Stapelteiche bei Hoyersburg sind zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden, das von Einwohnern gerne besucht wird. Doch die Infotafeln fielen Vandalismus zum Opfer.

Hoyersburg – Die Stapelteiche bei Hoyersburg haben sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, sich aber auch als begehrtes Naherholungsgebiet einen Namen gemacht, das von zahlreichen Einwohnern besucht wird. Viele Eltern nutzen das Areal, um mit dem Nachwuchs auf dem von der Stadt geschaffenen Spielplatz ein paar Stunden zu verbringen. Doch das Naturidyll hat auch seine Schattenseiten.

„Besonders an Montagen sind immer wieder Müllkörbe zu sehen, die überquellen“, erzählen zwei Mütter, die regelmäßig mit ihrem Nachwuchs einen Ausflug an die Stapelteiche unternehmen. Sie wünschen sich, dass diejenigen, die die Grillplätze nutzen, ihren Dreck auch wieder mitnehmen. Doch das sei leider nicht immer so. Lob gab es dagegen für die Stadt, die regelmäßig nach dem Rechten sehe und die Anlage pflegt.

Sorgen bereitet den beiden Müttern das Gerücht, dass die Stadt Salzwedel angeblich Teile des Spielplatzes wieder abmontieren wolle. Das können die Frauen überhaupt nicht verstehen, weil viele Familien zu den Stapelteichen kommen.

In diesem Punkt gibt Andreas Köhler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit Salzwedels, Entwarnung. „In den vergangenen zwei Jahren sind keine Spielgeräte abgebaut worden. Und es ist auch nicht geplant, dort Geräte abzubauen“, teilt Köhler auf Anfrage der AZ mit. Auch deshalb, weil es eine Benutzerzahl für den Spielplatz zwar nicht gebe; aber festzustellen sei, dass er fast täglich genutzt werde.

Die Frauen bedauern dagegen, dass die Hinweistafeln, die vor der kleinen Brücke standen, nicht mehr vorhanden sind. Darauf war die Geschichte der Stapelteiche vermerkt, und es gab Hinweise, welche Tiere sich in dem Areal befinden. „Das hat die Kinder immer sehr interessiert.“ Ob neue Tafeln wieder installiert werden, das wird momentan geprüft, sagt Köhler. Unbekannte hatten sie dermaßen beschädigt, dass sie abgebaut werden mussten. Köhler spricht sogar von Vandalismus.

Auch Angler sind immer wieder an den Stapelteichen anzutreffen. Die beiden Teiche werden in Anglerkreisen als Gewässer bezeichnet, die zwar sehr wenig befischt, von vielen Petrijüngern aber als gutes bis sehr gutes Angelrevier bewertet werden.

Hintergrund: Erst Altlast, dann Biotop

Am 19. Oktober 1995 sind die Stapelteiche bei Hoyersburg als Ausflugsziel und Naturreservat eingeweiht worden. Einst waren sie das Dreckloch der Zuckerfabrik, weil dort über viele Jahre hinweg Kalkschlamm entsorgt wurde. Inzwischen ist dort ein Biotop gewachsen, das mit einem Spielplatz, drei Grillplätzen und einem Naturlehrpfad ausgestattet ist.

Etwa 2,2 Millionen Mark sind damals in die Umgestaltung der industriellen Altlastenfläche des rund zwölf Hektar großen Areals investiert und etwa 7600 Bäume gepflanzt worden. „Dabei hat die Stadt mit 30 000 Mark nur einen minimalen Anteil beisteuern müssen“, freut sich bei der Einweihung der damalige Bürgermeister Siegfried Schneider. Dabei habe die Zusammenarbeit mit der Jeetze-Landschaftssanierung GmbH „hervorragend geklappt“. Zudem hätten 51 ABM-Kräfte dazu beigetragen, das Projekt erfolgreich umzusetzen.

Am 9. November 2019 pflanzte der FDP-Kreisverband eine Platane zum Gedenken an den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Zudem setzten sie einen Stein zu „Ehren des damaligen Außenministers und Architekten der Deutschen Einheit, Hans-Dietrich Genscher“.

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