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Die schöne Hansestadt scheint zu verkommen

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Von: Lydia Zahn

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Der Blick auf das Salzwedeler Badehaus wird von Graffiti definiert. © Zahn, Lydia

Salzwedel scheint zu verkommen. Graffiti und Müll dominieren an vielen Ecken den Anblick.

Salzwedel – In einer Ecke der Hansestadt wird fleißig angepackt. Das Ziel: ein altes Gebäudeensemble im Herzen von Salzwedel wieder auf Vordermann zubringen und der Stadt somit mehr Leben einzuhauchen. Auch an der Altperverstraße werden zwei historische Gebäude wieder schick gemacht. Doch auf der anderen Seite scheint Salzwedel zu verkommen.

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Ein Blick durch die Bretter am Bodes des Badehauses: Sogar darunter ist achtlos entsorgter Müll zu finden. © Zahn, Lydia

Das alte Badehaus faszinierte mit dem Charme des Verfalls und der Frage, was hinter den barrikadierten Fenstern zu finden ist. Jedoch ist dieser Verfall mittlerweile kaum noch als Charme zu bezeichnen. Graffiti und Müll dominieren den Anblick.

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Verpackungsmüll, Verpackungsmüll und noch mehr Verpackungsmüll auf den Parkwegen. © Zahn, Lydia

Auch Spaziergänge durch die Parks sind nur noch schwer zu genießen. Während aufgepasst werden muss, nicht in eine Hinterlassenschaft von Vierbeinern zu treten, liegen zusätzlich alle paar Meter die Hinterlassenschaften des Zweibeiners. Manches Mal direkt neben einem Papierkorb. Das ist doch paradox, dass einerseits so viel Arbeit in der Freizeit in große Projekte gesteckt wird, wovon die ganze Stadt profitieren soll, und auf der anderen Seite der eigens produzierte Müll nicht einmal richtig entsorgt wird. Wovon ebenfalls die ganze Stadt „profitiert“.

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Ein Zigaretten-Friedhof unter einer Parkbank. Davon gibt es mehrere in Salzwedel. © Zahn, Lydia

Der mittlerweile verstorbene Stadtrat Hans-Jürgen Looff erarbeitete bereits 2004 (!) zusammen mit den Mitgliedern seines FDP-Ortsvereins einen dezidierten Bußgeldkatalog, der im Salzwedeler Stadtrat diskutiert und für gut befunden wurde. „Ein ungepflegtes Äußeres in einer Stadt ist nicht naturgegeben. Es sind einige wenige Menschen, die diesen Zustand beziehungsweise Eindruck verursachen. Menschen, die sich aus Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit nicht so verhalten, wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte“, heißt es dort als Einleitung.

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Die Treppenstufen Am Neuperver Tor zum Park an der Stadtmauer – Vorsicht beim hoch- oder runtergehen. © Zahn, Lydia

Die Freidemokraten forderten darin beispielsweise für ein Graffito eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro. Für Kleinmüll wie Zigaretten oder Getränkedosen, die achtlos weggeworfen werden, hätten den Schuldigen 25 Euro Strafe gedroht. Jedoch wurde der Bußgeldkatalog nie beschlossen.

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Neben statt in den Papierkorb geworfen. © Zahn, Lydia

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