Am 12. Juni gibt es die erste Live-Übertragung aus der neuen alten Kult-Diskothek

Die „Pumpe“ in Salzwedel öffnet wieder – aber vorerst nur online

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Nach Corona werden die Gäste im gewohnten alten Ambiente erwartet. Bestimmte Elemente wie der Eingangsbereich aus dem ehemaligen Party-Tempel sollen in der neuen „Pumpe“ Erinnerungen bei den Gästen wecken.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Die Kult-Disco „Pumpe“ öffnet am 12 Juni wieder – vorerst noch virtuell. Steffen Putzker und Denny Wuttke, die die „Pumpe“ im Oktober 2019 gekauft und seither sanieren, wollen schon mal loslegen und das alte „Pumpe“-Feeling nach Hause in die Wohnzimmer bringen.

Salzwedel - Eigentlich wollten sie den Partytempel schon eröffnet haben – und zwar am 10. Oktober 2020. Das war der Tag, an dem dort zehn Jahre zuvor die letzte Disco über die Bühne gegangen war. Doch dann kam Corona, und alles musste neu überdacht werden. „Uns treibt niemand. Wir haben Zeit“, sagt Steffen Putzker äußerst gelassen. „Wir wollen keine halben Sachen machen, bloß um einen Termin zu halten“, macht er klar. Die Gelassenheit des Duos erklärt sich daraus, dass die „Pumpe“ ihr Hobby ist. Beide stehen in Lohn und Brot, ihr Partybetrieb läuft nach der Arbeit. Denny Wuttke ist VW-Werker und Steffen Putzker bei der kreiseigenen Deponie GmbH angestellt. „Die ,Pumpe‘ ist unser Hobby“, schmunzeln beide. Denn sie hängen an der „Pumpe“, haben dort schon mit 14, 15 Jahren bei den Kinderdsikotheken aufgelegt. Damals nannten sie sich „Residents“.

Zu Hause mittanzen

Nun, am 12. Juni gestalten Steffen Putzker (DJ Messic) und Ronny Zander (DJ Toxic) das Programm aus dem großen Saal der „Pumpe“. Ab 19 Uhr sind sie sozusagen on air und können via Live-Stream über das Internet bis 0 Uhr verfolgt werden. Unter www.twitch.tv/pumpesalzwedel kann das Team nicht nur beobachtet werden – es gibt auch Einblicke in die neue alte „Pumpe“. Das weckt bei vielen Salzwedelern, die nicht mehr im Teenager-Alter sind Jugenderinnerungen.

„Wir haben überall Kameras, es wird eine Lichtshow geben und wir legen mit Vinyl auf“, freut sich Putzker schon auf die Originale aus den 1980ern von der Schallplatte. Das Programm steht. „Wir wollen gerade in den Corona-Zeiten ein wenig Freude bereiten“, nennt Putzker das Ziel.

So könnten sie auch Außenbereichsveranstaltungen im Bereich der „Pumpe“ organisieren, sagt er. Doch das Risiko sei ihnen zu hoch, wenn sie dann aufgrund wieder steigender Inzidenzwerte kurz vorher absagen müssen. Der organisatorische Aufwand dafür sei zu immens.

Neues Konzept

Auch im Innenbereich wäre unter Hygienebedingungen einiges möglich. „Aber wer will denn unter Corona auf zehn Quadratmeter pro Person feiern? Und was soll das für eine Eröffnung sein?“, stellt Steffen Putzker berechtigte Fragen.

Wenn sie dann die „Pumpe“ wieder eröffnen können, soll das wie in alten Zeiten sein. Dafür haben sie auch schon historische Bilder zusammengetragen – die „Pumpe“ als Sozialtrakt der Pumpenfabrik, als Edeka-Markt und als Diskothek. „Wir haben sehr viel Resonanz und super Sponsoren“, freut sich Putzker.

Steffen Putzker (l.) und Denny Wuttke wollen der „Pumpe“ wieder neues Party-Leben einhauchen.

Das neue Konzept sieht allerdings ein wenig anders aus. Jede Woche Disco wird es nicht geben. Dafür Partyräume, die gemietet werden können und dem Anlass entsprechend ausgestaltet werden. Die sanierten Räume können beispielsweise für Geburtstag, Junggesellenabschied oder auch Hochzeitsfeier gemietet werden. Dadurch sind auch mehrere Veranstaltungen unter einem Dach möglich, ohne dass sich die Gäste der jeweiligen Feier mit den anderen in die Quere kommen, sieht das Duo Putzker / Wuttke unendlich viele Möglichkeiten.

Auch Kinderveranstaltungen haben sie sich auf ihre Fahnen geschrieben und dafür schon einen Namen: „Die Megasause mit Fritz Brause.“ Und: Die Knirpse feiern im gleichen Partytempel wie früher ihre Eltern.

Ich will etwas bewegen

Auch ihr Büro, über das sie Hüpfburgen und anderes vermieten, bekommt dort seinen Platz. Der große Saal wird weiterhin für Discos und Partys zur Verfügung stehen. „Wir arbeiten gern mit jedem zusammen“, macht Steffen Putzker deutlich. Und: „Ich wohne hier, ich liebe Salzwedel, und ich will etwas bewegen.“ Und bewegt hat das dynamische Duo zusammen mit Eltern und Freunden schon einiges auf den 6000 Quadratmetern Partyfläche in der „Pumpe“.

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