In Magdeburg müsse sich etwas tun, sagt er zur AZ

Freie Wähler in der Altmark: Nils Krümmel mit guten Wahlchancen

Nils Krümmel in seiner Salzwedeler Gaststätte „Grüne Laterne“.
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Nils Krümmel will für die Freien Wähler in den Landtag. Mit Listenplatz vier hat er gute Chancen.
  • Jens Heymann
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Schaffen die Freien Wähler im Sommer die Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl, dürfte mit Nils Krümmel ein Salzwedeler ins Parlament einziehen. In Magdeburg müsse sich etwas tun, sagt er zur AZ.

  • Nils Krümmel (Freie Wähler) geht mit Listenplatz 4 in die Landtagswahl.
  • Entlastungen für Kommunen müssen aus Magdeburg kommen.
  • Altmark ist das Rückgrat der Freien Wähler.

Salzwedel – Wenn am 6. Juni der neue Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt werden soll, macht sich ein Salzwedeler berechtigte Hoffnungen, dem Parlament bald anzugehören: Nils Krümmel von den Freien Wählern. Bei länger etablierten Parteien wäre sein Listenplatz vier höchstwahrscheinlich eine sichere Sache, doch die Freien Wähler wissen noch nicht so recht, wo sie stehen werden.

Optimistisch in die Landtagswahl

„Ich bin mir relativ sicher, dass wir das schaffen“, sagt Nils Krümmel mit Blick auf die Fünf-Prozent-Hürde. Für die Altmark gibt er das Ziel von 20 Prozent aus, südlich von Magdeburg hoffen er und seine Mitstreiter auf wenigstens fünf von Hundert. Eine Partei, die sich vor allem im Norden verankert sieht – das ist ungewöhnlich.

Für den Salzwedeler ist das aber keine Überraschung. „Die Altmärker sind sehr engagiert“, sagt Krümmel, der zugleich Vorsitzender der Freien Fraktion im Stadtrat ist. Mit Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz auf Listenplatz zwei geht sogar ein noch heißeres Eisen ins Rennen um die Wählerstimmen. Noch fünf weitere Kandidaten aus der Altmark folgen auf den insgesamt 20 Plätzen der Partei. Beim Kampf um das Direktmandat sieht er seine Chancen eher gering – mit Carsten Borchert (CDU) gibt es einen starken Gegner.

Vor Ort reicht nicht mehr aus

Wenn jemand etwas für die Stadt erreichen will, reiche es nicht mehr, nur vor Ort aktiv zu werden, drückt Krümmel seine Beweggründe drastisch aus. Im Stadtrat und seinen Gremien werden immer wieder Investitionen gefordert. Doch: „Wenn man nichts zu verteilen hat, kann man nichts verteilen“, begründet der Salzwedeler die Notwendigkeit, von oben Veränderungen beim Verteilen von etwa Steuergeldern herbeizuführen. 70 bis 80 Prozent der Städte könnten von dem, was ihnen an Einnahmen bleibt, nicht leben. Ein Grund, warum sich die Freien Wähler – ein Zusammenschluss von lokalen Wählerlisten, die in der Kommunalpolitik aktiv sind – gebildet haben, erläutert Krümmel.

Gerade die Altmark sei immer vernachlässigt worden, schlägt er eine weitere Kerbe in eine landläufige hiesige Meinung. „Wir haben keine Lobby in Magdeburg“, sagt er. Ländlicher Raum und kommunale Finanzen sollen daher zentrale Themen der Freien Wähler sein.

Altmark stärker im Blick

Im Stadtrat selbst hat sich Nils Krümmel, zumindest nach AZ-Auffassung, eher zurückgehalten. Andere Mandatsträger, besonders die jüngeren, preschen stärker hervor. „Ich halte mich zurück“, so der Kandidat der Freien Wähler. Aktiv will seine Fraktion aber beim aktuellen Haushalt der Stadt werden. „Wir werden vieles herausstreichen müssen“, schätzt Krümmel die finanzielle Lage als schwierig ein. Rücklagen seien nicht mehr vorhanden, die zurückliegenden Verkäufe – etwa des Stadtwaldes – hätten die Schieflage nur verzögert, nicht aufgehalten.

Nils Krümmel greift gegenüber der AZ immer wieder einen Handlungsfaden auf: kreativ werden. Am besten nach der Landtagswahl in Magdeburg.

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