Verdächtiger kam nicht zum Revier, dafür 30 „Freunde und Genossen“

Demo gegen DNA-Probe

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Etwa 30 Demonstranten protestierten gestern vor dem Polizeirevier gegen die Abgabe einer DNA-Probe eines Teilnehmers des Antimilitaristischen Camps. Dezernent Hans Thiele (kl. Bild) begleitete die Veranstaltung als Chef der Versammlungsbehörde.

Salzwedel. Eigentlich sollte gestern gegen 10 Uhr ein 23-jähriger Hansestädter zur Abgabe einer DNA-Probe im Salzwedeler Polizeirevier erscheinen. Stattdessen kamen etwa 30 „Freunde und Genossen“, wie sie sich nannten.

Die Spontan-Demonstration gegen „die DNA-Sammelwut des Staates“ begann am Netto-Markt an der Bahnhofstraße und endete knapp anderthalb Stunden später auch dort. In diesem Bereich entdeckten Beamte nicht genehmigte Plakatierungen und ein illegales Graffito. Etwas ähnliches war auch der Auslöser für die DNA-Probe: Während des 1.  Antimilitaristischen Friedenscamps (10. bis 15. September 2012) im Gefechtsübungszentrum Letzlinger Heide wurden am 15. September die Fahrzeuge einer Magdeburger Firma, die die Übungsstadt Schnöggersburg in der Heide plant, mit Farbe beschmiert. Fünf Demonstranten wurden wegen Sachbeschädigung festgenommen. Ein weiterer Teilnehmer sollte gestern seine DNA-Probe abgeben, erschien aber nicht. Seine „Freunde und Genossen“, die vor dem Polizeirevier Kaffee tranken, skandiertent Parolen wie: „Mund zu, wenn das Wattestäbchen kommt“ und „Anna und Arthur halten das Maul“. Da jedoch ein richterlicher Beschluss vorliegt, kann die DNA zwangsweise entnommen werden. Heißt: Der 23-Jährige muss nun damit rechnen, vorgeführt zu werden.

Von Holger Benecke

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