Vergifteter Schandfleck soll modernes Industriegebiet werden

Salzwedels Chemiewerk: Dekontaminierung für lau

Rund um die ehemaligen, inzwischen demolierten Produktionshallen des Chemiewerks ist das Gelände immer noch kontaminiert.
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Rund um die ehemaligen, inzwischen demolierten Produktionshallen des Chemiewerks ist das Gelände immer noch kontaminiert.
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Salzwedel. Endlich soll der Schandfleck verschwinden. Die Reste des Salzwedeler Chemiewerkes – die Stadt könnte sich des kontaminierten Areals für lau entledigen, meint Norbert Hundt. Von Holger Benecke

Ein Originalplan des ehemaligen Chemiewerks mit sämtlichen einstigen Anlagen: Hervorgehoben ist der noch unsanierte Bereich, für dessen Dekontaminierung die Stadt 100 Prozent Fördermittel einwerben könnte.

Deswegen hat seine Fraktion (SPD / „Für Salzwedel“) einen Antrag an den Stadtrat vorbereitet: „Die Hansestadt Salzwedel erwirbt die noch privaten Flächen des alten Chemiewerks und saniert diese mithilfe von 100 Prozent Fördermitteln.“ Bevor das Geld fließen kann, muss die Stadt die Flächen erst einmal kaufen. Nach Ansicht von Norbert Hundt, könnte das für einen Euro je Quadratmeter geschehen, da die Eigentümer froh sein müssten, ihre kontaminierten Flächen loszuwerden. Die noch vorhandenen Brachen umfassen 19 369 Quadratmeter, der mit Ruinen bestanden Teil macht davon 9234 Quadratmeter aus. Auch den auf dem Areal illegal entsorgten Müll – sozusagen die Neulasten – muss die Stadt auf ihre Kosten entsorgen. Dann erst kann die Förderung greifen.

Trotzdem hofft Norbert Hundt auf eine Patt-Situation bei den Kosten, wenn nicht sogar auf zusätzliche Einnahmen. Denn nach dem Willen seiner Fraktion sollen nach der Dekontaminierung neue Industrieflächen geschaffen werden. Noch gibt es zwar keine Anfragen in Salzwedel an solche Standorte – aber die Gewerbegebiete der Hansestadt sind gut gefüllt, sodass für Industrie- und Gewerbeflächen momentan kaum erschlossenes Gelände vorgehalten wird.

„Bei allem Sparmaß und Verkäufen muss auch in die Zukunft geschaut werden“, hat Hundt zwar die prekäre Finanzsituation der Stadt im Blick. Nichtsdestotrotz beharrt er aber auf die Ausgaben für den Ankauf der Chemiewerksflächen. „Wir haben eine Verpflichtung den Bürgern und der Allgemeinheit gegenüber“, macht der Fraktionschef deutlich.

Von Holger Benecke

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