Roberto Grothe entdeckte Ulanen-Konvolut im Nachlass seines Vaters

Degen mit Geschichte

Roberto Grothe aus Barnebeck fand im Nachlass seines Vaters Devotionalien des Ulanen-Regiments „Hennings von Treffenfeld“ (Altmärkisches) Nr. 16. Darunter ein Reservistenbild (1898 bis 1901) und einen ziselierten Paradedegen für Offiziere. Fotos und Repro: Benecke

Barnebeck. Die Salzwedeler Ulanen haben den Barnebecker Roberto Grothe schon immer interessiert. Er hatte sich die Regimentschronik besorgt, war vor allem von der Persönlichkeit des Namensgeber der Einheit, Hennings von Treffenfeld, beeindruckt.

Die Überraschung kam, als Roberto Grothe den Nachlass seines Vaters Gerd-Bodo sichtete: Dort fand er ein ganzes Konvolut aus der Zeit der Ulanen in Salzwedel. Darunter auch einen Säbel für Mannschaften und einen Paradedegen für Offiziere. Letzterer mit besonders schöner Klinge. Diese ist ziseliert und zudem geätzt – zeigt Ulanenfiguren und den Schriftzug „Ulanen-Regiments ,Hennings von Treffenfeld‘“.

Grothe will nun die Sachen, die in einem Schuppen gelagert waren, erst einmal aufarbeiten. Dazu benötigt der Ulanen-Fan einige Tipps. Wer ihm helfen möchte, kann sich unter Tel. (01 51) 25 26 08 22 mit ihm in Verbindung setzen.

„Für mich ist das auch ein Stück Heimatgeschichte“, sagt der 39-Jährige und holt ein Reservistenbild hervor. Das liefert neben dem Foto von den Reservisten, die von 1898 bis 1901 in Salzwedel beim 1. Eskadron des Ulanen-Regiments gedient haben, auch gleich deren Namen mit dazu. Apropos Namen: Roberto Grothe ist vor allem von der Person Joachim Hennings von Treffenfeld fasziniert. Der wurde um 1600 im Ortsteil Klinke der Stadt Bismark geboren und starb am 31. Dezember 1688 auf seinem Gute Könnigde. Treffenfeld war ein einfacher Bauernsohn, der während des Dreißigjährigen Krieges in brandenburgische Dienste trat und es bis zum Rittmeister brachte. 1656 wurde Treffenfeld nach der Schlacht bei Warschau zum Major befördert. Der Altmärker tat sich weiter als Soldat hervor und wurde bei Fehrbellin 1674 noch auf dem Schlachtfeld zum Oberst befördert und vom Großen Kurfürsten geadelt, erzählt Grothe, der auch weiß, dass von Treffenfeld 1679 nach siegreichen Gefechten für die Preußen gegen die Schweden den Generalmajorsrang erhielt.

Hennings von Treffenfeld beeinflusste auch die Literatur: Heinreich von Kleist integrierte ihn in sein Drama „Friedrich von Homburg“.

Doch auch für die Geschichte des am 27. September 1866 aufgestellten Ulanen-Regiments interessiert sich Roberto Grothe. Zwei Eskadronen standen in Salzwedel mit 19 Offizieren, 448 Unteroffizieren und Mannschaften sowie 46 Offizierspferden und 431 Dienstpferden.

Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 taten sich die altmärkischen Ulanen beim so genannten Todesritt von Mars-La Tour hervor. Nach dem Ersten Weltkrieg, Reiter hatten kaum noch Bedeutung, wurde das Regiemnt abgerüstet. Am 14. August 1921 wurde das Ulanen-Denkmal auf dem Rathausturmplatz eingeweiht. Dessen Reste stehen heute auf dem Dreiländereck.

Von Holger Benecke

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