Ziegen und Co. kommen gut ins neue Jahr

Debatte um Silvesterböllerei: Salzwedels Tiere bleiben gelassen

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Jens-Olaf Schawe füttert die Ziegen und demonstriert, wie ruhig die Tiere gewöhnlich bleiben.

Salzwedel – Silvester ist laut und bunt, das weiß jeder, und die meisten lieben es auch so. Doch angesichts der aktuellen Debatte um ein Böllerverbot in Salzwedel und des Einwurfs der SPD-Stadtratsfraktion stellt die Frage: Wie reagieren eigentlich die Tiere im Tierpark auf den lauten Jahreswechsel?

Jens-Olaf Schawe, Chef des Tierparks, beruhigt mit seiner Antwort: „Alle Tiere haben Silvester gut überstanden.“

Seit über 25 Jahren arbeitet Schawe schon mit den Tieren. „Seit zwei, drei Jahren ist es hier wesentlich ruhiger geworden“, erklärt er weiter. „Kurz nach der Wende war es noch so laut, dass man dachte, ein Krieg bricht aus.“

Das hänge mit der neuen Generation zusammen, vermutet der Tierparkchef. „Früher in den Sommerferien war schon morgens der Tierpark voller Kinder, heute ist das leider nicht mehr so“, erzählt Schawe der Altmark-Zeitung im weiteren Gespräch. Ebenso merke man den Tieren etwaigen Stress an Silvester und den Jahreswechsel kaum mehr an. Auch die Jahreszeiten seien kein Problem für die Tiere. Die empfindlicheren Exemplare, wie zum Beispiel die Störche, würden dann über Nacht im Stall untergebracht.

Eine andere Sache ist dem Leiter ein dringenderes Anliegen. Manche Besucher füttern die Tiere, was schwere Folgen haben könne. Zu viel Zucker oder Brot lasse die Wiederkäuermägen übersäuern. Zu viel Eiweiß bei den Ponys führe zu schwerwiegenden Krankheiten und im schlimmsten Fall zum Tod. Zudem locke es fremde Tiere – wie Ratten – an, was zum hygienischen Problem wird, zählt Jens-Olaf Schawe auf.

Es gibt Futtertonnen für Lebensmittelspenden auf dem Gelände. So können die Tierpfleger nachschauen und zum Beispiel ungeeignete Sachen aussortieren.

VON LYDIA ZAHN

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