Deba gerettet

Für Insolvenzverwalter Dr. Mark Zeuner (r.) ist die Arbeit bei der Deba getan: Das Unternehmen steht vor einem Neustart. Seit gestern ist Hans-Hermann Brünjes Geschäftsführer.

Salzwedel - Von Marco Heide. Europas größter Bäderhersteller, die Salzwedeler Deba, hat das Insolvenzverfahren überstanden und startet als neue Gesellschaft mit leicht verändertem Namen. Ein Konsortium lokaler Investoren hat das Unternehmen übernommen. Firmenmitbegründer Reimer Bartels verließ gestern nach Aufforderung des Insolvenzverwalters das Gelände.

„Die Deba lebt neu“, verkündete Firmenmitbegründer Reinhard Dehncke gestern während der Mitarbeiterversammlung. Allerdings gibt es die 1992 gegründete „Deba Systemtechnik GmbH“ nicht mehr. Die Werte sind komplett in die frisch angemeldete Firma „Deba Badsysteme GmbH“ übergegangen.

Rückwirkend zum 1. Dezember übernimmt eine neue Gesellschaft das Ruder beim größten Fertigbäderhersteller Europas. Am Steuer steht nun Hans-Hermann Brünjes. Er ist seit gestern Geschäftsführer, gab 1995 seinen Einstand bei dem Salzwedeler Unternehmen und war zuletzt Gesamtvertriebsleiter. „Wir wollen zu alter Marktstärke zurückkehren“, blickte Brünjes voraus.

Den ersten Erfolg konnte die neue Deba bereits am Mittwoch verbuchen: Für einen Hotelneubau in Österreich sollen die Hansestädter rund 140 Bäder fertigen. Das spült rund eine Million Euro in die Firmenkasse. Außerdem stünde ein weiterer Großauftrag aus England kurz vor dem Abschluss, erklärte Brünjes.

Neben dem Salzwedeler Werk bleiben auch die Standorte Rendsburg und Koszalin erhalten. In der polnischen Fabrik wird allerdings die Kapazität zugunsten der Salzwedeler Auslastung reduziert.

Die neue Eigentümergesellschaft setzt sich aus der Salzwedeler Firma Gornig, Georg Stockhammer (Geschäftsführer Kraiburg Relastic), Matthias Teichmann, Kopf der Projektierungs- und Konstruktionsabteilung, und Harald Reiner, Vertriebsleiter Süddeutschland, zusammen. Der bisher für den Vertrieb zuständige Geschäftsführer Reinhard Dehncke steht weiter zur Verfügung.

Den Investoren wurde ein funktionsfähiger Betrieb mit einem Auftragsvolumen über zehn Millionen Euro übergeben. Die neue Gesellschaft übernimmt 190 Arbeitnehmer. Entlassungen solle es nicht gegeben, hieß es gestern.

Firmenmitbegründer Reimer Bartels ist nicht mehr mit im Boot: Offenbar seinetwegen rückte die Polizei gestern zur Deba an die Gardelegener Straße aus. Insolvenzverwalter Dr. Mark Zeuner dazu gegenüber der Altmark-Zeitung: „Herr Bartels wurde gebeten, das Firmengelände zu verlassen. Er hat dieser Aufforderung Folge geleistet.“ Warum die Polizei vor Ort war, wollte Zeuner nicht sagen. Ein Polizeisprecher bestätigte lediglich den Einsatz, wollte aber keine weiteren Angaben dazu machen.

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