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Die Jeetze-Schule und das russische Dawydow-Gymnasium: Eine Partnerschaft

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Von: Christian Wohlt

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Menschen
Seit 2015 besteht die Partnerschaft zwischen der Jeetze-Schule und dem Dawydow-Gymnasium, seit 2016 der Schüleraustausch. © Wohlt

„Freundschaft“ steht in großen Lettern über der Wandzeitung, die Bilder von vielen Begegnungen zeigt. Kein Rückblick in sozialistische Zeiten, aber scheinbar genauso weit weg.

Salzwedel / Naberezhnye Tschelny – Das Foto entstand vor nicht mal drei Jahren während des Besuchs einer Gruppe aus Sachsen-Anhalt, die auf Bildungsreise das Dawydow-Gymnasium in Naberezhnye Tschelny in der russischen Teilrepublik Tatarstan besuchte.

Mit dabei war Jens Winter, stellvertretender Leiter der Jeetze-Schule in Salzwedel, der spontan diesen Abstecher organisiert hatte. Seit 2015 verbindet die Jeetze-Schule eine Partnerschaft mit dem Dawydow-Gymnasium. Bereits 2016 wurde der erste Schüler-Lehrer-Austausch organisiert.

Zustande gekommen war der Kontakt auf ungewöhnlichem Weg. Als die Schulleiterin des russischen Gymnasiums, Tatjana Sungatullina, eine Verwandte in Kläden bei Arendsee besuchte, erzählte ihr diese von der Salzwedeler Schule. Spontan wurde ein Treffen mit der Jeetze-Schulleitung organisiert, um über eine mögliche Zusammenarbeit der beiden Bildungseinrichtungen zu sprechen. Dabei funkte es auf Anhieb.

Junge und Fotos
Ein Schüler des Dawydow-Gymnasiums zeigt die Fotowand, die die Freundschaft der Schulen präsentiert. © Wohlt

Jeweils einmal im Jahr reisten seitdem Lehrer- und Schülergruppen an die Partnerschule, um gemeinsam zu lernen und an Projekten zu arbeiten. Sie wohnten dabei in Gastfamilien. Die Verständigung war kein Problem, denn in Salzwedel wird Russisch gelehrt, das Dawydow-Gymnasium bietet Deutsch als Fremdsprache an. Die Corona-Pandemie bereitete diesem persönlichen Austausch aber ein vorläufiges Ende. Online gab es jedoch weiterhin gemeinsame Projekte und beide Bildungseinrichtungen pflegten sehr engen Kontakt.

Die herzliche Freundschaft wird nun durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine auf eine harte Probe gestellt. Persönliche Begegnungen sind derzeit undenkbar. Mit dem Krieg und der Situation in Russland befassen sich die altmärkischen Schüler im Sozialkundeunterricht, berichtete Winter auf Nachfrage. Dabei würden beispielsweise russische Nachrichten auf ihre Glaubwürdigkeit „auseinandergenommen“.

Das Partnerschaftsband zu kappen, kommt für den stellvertretenden Schulleiter nicht infrage. Die direkten interkulturellen Beziehungen seien nach wie vor wichtig, ist er überzeugt. So gäbe es weiterhin Kontakte zur russischen Partnerschule. Beide hätten jetzt zum Beispiel bei einem digitalen Kunstprojekt zusammengewirkt. Ende April würden besondere Lernleistungen Salzwedeler Abiturienten bei einer wissenschaftlichen Konferenz in Kasan vorgestellt.

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