Deba-Prozess: Mitangeklagter gibt erstmals eine Erklärung ab

„Das Ehrenwort zählt“

kt Stendal / Salzwedel. Zum Ende des gestrigen Verhandlungstages in Stendal gab es dann doch noch eine Überraschung:

Der zweite Angeklagte, der dem Hauptangeklagten aus Thüritz laut Anklage Geld für die Brandanschläge auf einen Deba-Geschäftsführer gegeben haben soll, meldete sich mit einer Erklärung zu Wort. Detailliert äußerte sich der Winterfelder zu seinem Lebenslauf, aber auch zu seinem beruflichen Verhältnis zur Verlobten des Hauptangeklagten. Diese arbeite bei ihm und es sei ihm sehr wichtig, sie auch weiterhin im Unternehmen zu haben. Als sie ein Kind erwartete, sei es für ihn keine Frage gewesen, die junge Familie zu unterstützen. „Ich bin wirtschaftlich in der Lage, 5000 Euro leihweise zu geben“, verlas die Anwältin vor dem Stendaler Landgericht die Erklärung des Winterfelders. Und weiter: „Ich bin der Meinung, dass man helfen soll, wenn man dies kann“.

Detailliert zählte der Winterfelder auf, wie er in den Vorjahren Nachbarn, Freunden und langjährigen Bekannten mit Geld ausgeholfen habe. Er habe dies immer ohne Verträge getan und das Geld auch immer zurückbekommen. „Bei mir zählt das Ehrenwort“, betonte er. Für ihn sei es „keine Frage“ gewesen, auch dem Thüritzer bei einem Autokauf zu helfen.

Zuvor waren drei Zeugen gehört worden, die Licht in die Frage bringen sollten, ob sich der Hauptangeklagte und ein ehemaliger Deba-Gesellschafter, dessen Rolle in diesem Fall gestern vor Gericht nicht weiter erörtert wurde, kennen, sprich ob sie vor den Brandanschlägen in Räber (Landkreis Uelzen) Kontakt hatten. Mangels Erinnerung eines Nachbarn kam das Gericht hier nicht weiter. Mit Erinnerungslücken hatte auch eine Frau zu kämpfen, deren Neffe angeblich mit dem 39-Jährigen befreundet war. Wer mit wem in den Urlaub gefahren ist – die Frau konnte es nicht mit Gewissheit sagen.

Eine weitere Zeugin konnte auch nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, ob es der Hauptangeklagte war, der sie am 4. Oktober 2011 mit dem Auto so sehr bedrängt hatte, dass sie die Polizei rief. Die Zeugin konnte den Thüritzer nicht mit Gewissheit identifizieren.

Der Prozess geht in den nächsten Tagen am Stendaler Landgericht weiter.

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