Zwei gegen den Altersdurchschnitt

Daniel Schaefer und Marco Heide sind die jüngsten Neu-Stadträte Salzwedels

Daniel Schaefer (l., „Dorf bis Stadt“, Jahrgang 1989) und Marco Heide (Linke, 1988) sind die beiden mit Abstand jüngsten Stadträte Salzwedels. Die Wahl im Mai hat gezeigt: Nun ist ihre Zeit gekommen, um etwas zu bewegen.
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Daniel Schaefer (Foto), („Dorf bis Stadt“, Jahrgang 1989) und Marco Heide (Linke, Jahrgang 1988) sind die beiden mit Abstand jüngsten Stadträte Salzwedels. Die Wahl im Mai hat gezeigt: Nun ist ihre Zeit gekommen, um etwas zu bewegen.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Salzwedel – Wenn sich nächste Woche Mittwoch, 3. Juli, der neue Salzwedeler Stadtrat konstituiert, dann nehmen zwei Abgeordnete Platz, die beim Blick auf die Statistik hervorstechen.

Denn Daniel Schaefer, „Dorf bis Stadt“, Jahrgang 1989, aus Barnebeck und Marco Heide, Linke, 1988, aus Salzwedel sind die beiden mit Abstand jüngsten Stadtvertreter. Der Altersdurchschnitt des Stadtrates liegt knapp unter 60 Jahre, fast doppelt so hoch.

Marco Heide (Linke, Jahrgang 1988).

Doch bringt die Jugend auch eine frische Dynamik mit sich? „Ich will da nicht nur sitzen und mir alles anhören. Ich habe viele Ideen“, geht Marco Heide mit Selbstbewusstsein seine neue politische Verantwortung an. Gleichzeitig erwarte er auch von den anderen Stadträten, ihre Vorschläge einzubringen und darüber auch zu diskutieren. „Ich finde es nicht gut, wenn etwas gleich abgewürgt wird“, so der junge Mann von den Linken.

Daniel Schaefer will das Mandat zunächst bedächtiger angehen. „Da muss ich realistisch sein und nicht gleich mit einem Thema nach vorne preschen“, sagt der Stadtrat. Er wolle stattdessen Probleme identifizieren und auf den Tisch bringen.

Marco Heide hat mit einem kommunalen Stipendium ein ganz konkretes Ziel vor Augen. Bis zum Ende der Legislatur 2024 will er erreicht haben, dass sich angehende Mediziner, Lehrer oder andere gefragte Absolventen im Austausch für finanzielle Beihilfe verpflichten, mindestens fünf Jahre in Salzwedel ihren Beruf auszuüben. Beim Straßenbau sollen die Anwohner gefragt werden, ob sie diesen überhaupt wollen. Und es müsse offen über Wind- und Sonnenenergie diskutiert werden, umreißt Heide weitere Punkte.

Daniel Schaefer wünscht sich endlich eine Entscheidung im Falle des geschlossenen Waldbads Liesten. Es werde alles hinausgeschoben, kritisiert er zögerliches Verhalten der Stadträte. Und berührt damit auch seine Beweggründe, überhaupt zur Wahl angetreten zu sein. „Nach dem Abitur sind fast alle Schulfreunde weggegangen. Wenn sie wiederkommen, wird nur auf Salzwedel geschimpft“, erläutert der Barnebecker. „Aber wenn alle abhauen, dann kann es nicht besser werden.“

Die Chance, sich politisch zu engagieren, hat auch Marco Heide genutzt. Bei den Linken habe er das Gefühl, sich gut einbringen zu können. Von Parteien hat sich Daniel Schaefer ferngehalten. Ohne die eigene Liste wäre er nicht ins Parlament hineingekommen, ist er überzeugt.

In einem Punkt denken beide Abgeordnete gleich: Sie halten nichts von persönlichen Streitigkeiten oder Parteienzwist im Stadtrat. Es hätten noch mehr Neulinge sein können, meint Marco Heide folgerichtig. Und Daniel Schaefer erklärt, dass Jüngere einen besseren Einblick in das hätten, was junge Menschen in der Stadt wollen.

VON JENS HEYMANN

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