Dr. Westerbarkey: Landesinitiative ist eine Riesenchance

Dambecker spielen ganz oben mit

Hochkarätige Runde (v.l.): ERO-Geschäftsführer Dr. Peter Westerbarkey stellte Ministerpräsident Reiner Haseloff, Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff, Verkehrsstaatsekretär Klaus Klang und Jürgen Ude, Vorsitzender des MAHREG Automotive Netzwerkes, das Ladefoxx-Konzept vor. Foto: ct-press

Dambeck / Magdeburg. Dr. Peter Westerbarkey, Geschäftsführer der ERO Edelstahl-Rohrtechnik Dambeck, sieht in der am Mittwoch gestarteten Landesinitiative „Elektromobilität und Leichtbau“ eine „Riesenchance für die Branche, ihre Kompetenzen zu bündeln“.

Bisher seien die Unternehmen, die sich in Sachsen-Anhalt mit diesen innovativen Fahrzeugtechnologien beschäftigen, noch sehr zerstreut, sagt er am Rande der Auftaktveranstaltung gegenüber der Altmark-Zeitung.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte zuvor den Stellenwert, den das Thema für das Land besitzt, deutlich gemacht. „Wir wollen am Zukunftsmarkt Elektromobilität teilhaben und von ihm profitieren“, erklärte er vor rund 100 Vertretern aus Wirtschaft und Verbänden. Der Ministerpräsident verwies auf die besondere Bedeutung der Automobilzulieferindustrie für Sachsen-Anhalt. Dort seien in rund 250 Unternehmen mehr als 18 000 Mitarbeiter beschäftigt. Mit dem Übergang von Verbrennungsmotoren zum Elektroantrieb seien auch sie vor neue Herausforderungen gestellt.

Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) erklärte: „Elektromobilität bedeutet nicht, das Automobil zu liften und einen Elektromotor einzubauen. Es geht darum, das Automobil ein Stück weit neu zu erfinden und da wollen wir in Sachsen-Anhalt mit unseren vielen Zulieferern und Dienstleistern natürlich mit vorn dabei sein.“

Neben der Entwicklung neuer Materialien und Technologien für Leichtbau und Energiespeicher müsse es auch darum gehen, die Infrastruktur für die Nutzung von Elektroantrieben auszubauen, meint Westerbarkey. Seine Firma hat mit den Ladefoxx-Stromtanksäulen dafür ein zukunftsfähiges Produkt entwickelt, das bundesweit bereits 250 Mal im Einsatz ist. In diesem Jahr sollen allein in Sachsen-Anhalt 15 weitere Ladestationen dazu kommen.

Die Landesinitiative reiht sich in eine Vielzahl von Maßnahmen zur Förderung der neuen Technologie ein. Sachsen-Anhalt will gemeinsam mit Thüringen zum „Schaufenster Elektromobilität Mitteldeutschland“ werden. Beginnend ab Oktober 2012 stellt der Bund in drei bis fünf deutschen „Schaufensterregionen“ über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 180 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Damit soll das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland auf die Straße zu bringen, maßgeblich befördert werden.

Das Gesamtvolumen der in Sachsen-Anhalt und Thüringen geplanten Projekte soll im Zeitraum 2012 bis 2015 mehr als 100 Millionen Euro umfassen. Davon entfällt je die Hälfte auf beide Bundesländer. In Sachsen-Anhalt beteiligen sich Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie Kommunen mit rund 22 Millionen Euro.

Von Christian Wohlt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare