Erst das Stäbchen, dann der Schnitt

Corona-Schnelltest vor dem Friseurbesuch: Kunden reagieren verschieden

Im Friseursalon von Swetlana Ehrentraut.
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Im Friseursalon von Swetlana Ehrentraut sind bisher keine Einbußen zu verzeichnen. Ihre Kunden würden trotz Corona-Testpflicht weiter zum Haareschneiden kommen.
  • vonLydia Zahn
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Vor dem Friseurbesuch muss seit Sonnabend ein Corona-Schnelltest gemacht oder ein negatives Testergebnis vorgezeigt werden. So mancher Kunde sagte deswegen bereits seinen Termin ab.

Salzwedel - Lange Zeit war ein Friseurbesuch nicht möglich. Die Corona-Eindämmungsverordnungen untersagten diese Dienstleistungen – der Kontakt sei zu nah, Hygieneregeln nicht umsetzbar. Nachdem die Haarkünstler ab März doch endlich wieder ans Werk gehen konnten, war es kaum möglich, einen zeitnahen Termin zu bekommen – der Andrang war groß. Das könnte sich nun wieder ändern, denn in Salzwedel sinkt die Nachfrage wieder. Durch die Bundesnotbremse muss seit Sonnabend ein Corona-Schnelltest erfolgen oder ein Bescheid über ein negatives Ergebnis mitgebracht werden, bevor sich die Friseure an den Köpfen zu schaffen machen dürfen.

Je nach Salon unterscheidet sich, wie ein Termin abläuft. Bei Birte Laß, Inhaberin von Birte Laß „Ihr Friseur“, kann vor Ort ein sogenannter SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest gemacht werden. Den müssen die Kunden selbst mitbringen und knapp 20 Minuten vor dem eigentlichen Termin früher kommen. So könne der Schnelltest durchgeführt und das Ergebnis abgewartet werden, ohne dass sich anschließende Termine verschieben. Aber ein negativer Testbescheid, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, kann ebenfalls vorgezeigt werden.

Ein ziemlicher Mehraufwand, schließlich gibt es bereits genug zu beachten. Bei der Haarbehandlung selbst muss durchgehend, sowohl vom Kunden wie auch vom Friseur, eine Maske getragen werden. Aber auch die gewohnten Regeln wie Abstände einhalten und vorher die Hände desinfizieren gehören mit dazu. Ohne Termin ist sowieso nicht an einen Haarschnitt zu denken. Dass nun auch noch ein Corona-Test dazu kommt, schreckt so manchen Kunden ab, wie Laß weiß: „Es werden auf alle Fälle weniger Termine, ja.“

Bei Birte Laß seien die Auswirkungen der Bundesnotbremse schon zu spüren – weniger Termine.

Außerdem würde so Mancher seinen bestehenden Termin absagen, wie die AZ auch aus anderen Salons erfuhr. So sei vor allem Unruhe bei den Kunden zu spüren. „Die Kunden haben sehr viele Fragen.“, „Der Aufwand ist schon sehr groß.“, „Es ist definitiv ruhiger geworden“ und „Vor allem die Älteren wollen sich nicht testen“, lauten nur ein paar der Reaktionen der Friseurladeninhaber auf die Nachfrage der AZ, wie und ob sich die neue Regel bemerkbar macht. „Die Kunden sind merklich verwundert“, bestätigt auch Birte Laß. Denn viele wüssten noch gar nicht Bescheid.

Bei Swetlana Ehrentraut, Inhaberin vom Friseur- und Wohlfühlsalon Swetlana Ehrentraut, sieht es hingegen anders aus. „Die meisten meiner Kunden wissen das schon. Und meine Stammkunden kommen auch weiterhin“, erzählt sie der AZ auf Nachfrage. Bei ihr seien kaum Termineinbußen zu spüren. Und: „Viele rufen vorher auch einfach an und fragen nach.“

Bei ihr, wie auch bei vielen anderen Salons, muss ein negatives Testergebnis mitgebracht werden. Die Zeit reiche nicht aus, zu warten, bis die Kunden sich selbst getestet und das Ergebnis abgewartet haben. Deshalb sollte am besten vorher beim Stammfriseur nachgefragt werden. So ist man auf der sicheren Seite.

Übrigens muss ein negativer Testbescheid auch bei einem Besuch der Fußpflege, Außenbereichen von zoologischen und botanischen Gärten, Alters- und Pflegeheimen vorgezeigt werden.

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