Marius Habenicht und Raik Ohlmeyer organisieren: Nachbarn helfen Nachbarn

Corona in Salzwedel: Solidarität mit Hilfebedürftigen

Marius Habenicht (l.) und Raik Ohlmeyer haben die Vereinigung „Solidarisches Salzwedel“ gegründet, um in Zeiten des Corona-Virus‘ Nachbarschaftshilfe zu leisten.
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Marius Habenicht (l.) und Raik Ohlmeyer haben die Vereinigung „Solidarisches Salzwedel“ gegründet, um in Zeiten des Corona-Virus‘ Nachbarschaftshilfe zu leisten.

Salzwedel – Während die Corona-Krise immer weitere Teile des Lebens einschränkt, greifen zwei Salzwedeler zur Selbsthilfe. Marius Habenicht und Raik Ohlmeyer setzen auf die Solidarität der Menschen untereinander.

Sie haben die Facebookgruppe „Solidarisches Salzwedel“ gegründet und suchen Helfer. Helfer, die mitmachen, den Menschen zu helfen, die vieles nicht mehr allein schaffen.

In drei Tagen über 200 Mitstreiter

Seit drei Tagen gibt es die Initiative. Bislang haben über 200 Menschen angeboten, dabei mitzumachen. „Wir haben drei älteren Damen ihre Einkäufe nach Hause gebracht. Die haben sich sehr darüber gefreut.“ Für Marius Habenicht ist das der schönste Lohn. Denn die Gruppe arbeitet unentgeltlich.

Der 23-jährige Salzwedeler hat momentan Zeit, arbeitet eigentlich im Deutschen Bundestag, ist aber durch die gegenwärtige Situation zum Homeoffice gezwungen. Der 38-jährige Raik Ohlmeyer arbeitet beim Salzwedeler Bauhof. Beide hatten zur gleichen Zeit die gleiche Idee. Ohlmeyer hatte sich am Sonnabend über die „Sozialkompetenz mancher Mitmenschen“, wie er gelinde formuliert, bei Facebook aufgeregt. „Zugleich habe ich noch mit einer Freundin geschrieben, und wir waren uns einig: Wir müssen denen helfen, die sich nicht mehr selbst helfen können“, erzählt Ohlmeyer. „Dann habe ich den Beitrag von Marius Habenicht gelesen, und da ich ihn kenne, gleich angerufen.“ Beide wurden sich sofort einig. Seitdem läuft die Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“.

Noch etwas spärlich. Denn: „Viele benötigen Hilfe, wollen diese aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht in Anspruch nehmen und so lange wie möglich ihr Leben selbstbestimmt führen“, hat Marius Habenicht ausgemacht. Nichtsdestotrotz hat sich die Gruppe gut aufgestellt. Rezepte besorgen, einkaufen, Gassi gehen, Katzenfutter holen usw. haben sich die über 200 Helfer erst einmal auf ihre Fahnen geschrieben. „Was weiter benötigt wird, und was wir leisten können, wird die Zukunft zeigen“, macht Raik Ohlmeyer deutlich. „Wir können zum Beispiel keine Kinder betreuen, wie es einige Helfer angeboten haben“, ergänzt Marius Habenicht. Anders sieht es mit Fahrdiensten aus. „Einen Radius von 20 bis 30 Kilometer rund um Salzwedel können wir sowieso abdecken“, so Habenicht. Doch unter den über 200 Helfern sind auch zahlreiche Pendler, die andere mit nach Wolfsburg, Bad Bodenteich oder Lüchow nehmen können bzw. dort etwas hinbringen oder von dort etwas besorgen können.

Für Helfer und Betroffene

Und so sind die Helfer zu erreichen – über das Internet: altmark-live.de, via E-Mail: raiksaw@freenet.de oder marius-habenicht@gmx.de, per Telefon unter (01 51) 42 40 95 38.

VON HOLGER BENECKE

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