Bundes-Rondelle verschandeln Salzwedel: Zuwuchern erlaubt, gestalten verboten

Chronisch verkrautete Kreisverkehre

Den Bundesstraßen-Kreisverkehr Chüttlitz prägt Wildwuchs. Links kringelt sich das Kabel, das bereits beim Bau des Rondells für die Beleuchtung der dort zu installierenden Erdgasfackel verlegt wurde. Diese ist inzwischen fertig, darf aber nicht aufgestellt werden.
  • Holger Benecke
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  • Eva Hahner
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Salzwedel. Ob aus Uelzen, Lüchow, Magdeburg oder Braunschweig kommend – die Kreisel, die die Autofahrer von den Bundesstraßen nach Salzwedel leiten, sind keine Aushängeschilder für die Hanse- und Baumkuchenstadt. Und dabei gehören die Kreisel gar nicht der Stadt.

Deren Rondelle an der Brücken- und an der Karl-Marx-Straße sind gepflegt. Im Gegensatz zu jenen Kreisverkehren, für die die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt zuständig ist.

Entweder sind die runden Verkehrsknotenpunkte spärlich und lieblos bepflanzt oder so zugewuchert, dass Sträucher ganze Lkws verschlucken. Nur: Wahrzeichen dürfen dort nicht aufgestellt werden – die verbauen die Sichtachse. Damit begründet das Landesverwaltungsamt unter anderem die Absage an den Traditionsverein „Erdöl Erdgas“, der den Chüttlitzer Kreisel mit einer Erdgasfackel gestalten will, und an die Jeetze-Landschaftssanierung, die den Riesen Jan Kahle auf das Warthe-Rondell stellen will. Und nicht nur das: Beide Organisationen wollen sich auch um die Pflege kümmern. Die Erdgas-Kumpel haben sich bereits zwei Abfuhren eingefangen – die Fackel hätte sonst schon längst auf dem Chüttlitzer Kreisel gestanden. Doch für die Landes-Kreisel auf den Bundesstraßen gilt in Salzwedel offenbar: Zuwuchern geht – gestalten nicht.

Das verlotterte Bild, das Ortsfremde dadurch von Salzwedel mitnehmen, trifft dann aber weder die dafür verantwortlichen Landesstraßenbaubehörde noch das Landesverwaltungsamt, sondern die Hanse- und Baumkuchenstadt.

Sind die Touristen nicht gleich vor Schreck weitergefahren und haben als Autofahrer erst einmal die unansehnlichen landesbetreuten Bundes-Kreisverkehre passiert, warten, je näher sie in die Innenstadt vordringen, kleine blühende Kreisel-Oasen. So beispielsweise an der Brückenstraße und der Karl-Marx-Straße.

Von Eva Hahner und Holger Benecke

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