Vom Zufallsfund zur Berufung

Christiane Peters kümmert sich um gefiederte Patienten

Frau mit Eule.
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Dem Waldkauz musste operativ ein Auge entfernt werden. Dennoch sieht die Eule majestätisch aus. Vor allem mit ausgebreiteten Flügeln.
  • VonLydia Zahn
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Alle Hände voll zu tun: Christiane Peters kümmert sich seit Jahren um verletzte und hilfebedürftige Vögel. In diesem Jahr hat die Salzwedelerin besonders viele gefiederte Patienten. Das liege an der Hitze.

Salzwedel – „Tiere haben mich schon immer interessiert“, beginnt Peters im AZ-Gespräch, während sie die Treppenstufen zur Küche erklimmt. Dort warten nämlich schon die Kleinsten ihrer Patienten. Ein Spatz, fünf Schwalben, drei Stare und zwei Rotschänze. Die Jungtiere benötigen besonders viel Zuwendung und spezielles Essen zum Kraft tanken. „Sie bekommen Insekten, die ich mit einem Mineralpulver vermischt habe“, erklärt sie. Manche der Vögelchen öffnen den Mund, sobald die Nahrung in ihre Nähe kommt. Bei den anderen hilft Peters nach und drückt mit den Fingern den Schnabel auf. Dabei spricht sie liebevoll mit den Kleinen.

Drei Enten tummeln sich auf dem Grundstück und genießen bei der Wärme das kalte Nass.

„Von toten Küken bis Mäusen habe ich alles im Kühlschrank“, lacht die Salzwedelerin und reinigt den Käfig. Schließlich wisse man nie, welches Tier der nächste Zuwachs ist. Über 20 gefiederte Freunde sind derzeit in ihrer Obhut. Auf ihrem Hof stehen drei Volieren. „Eigentlich bräuchte ich noch mehr“, schmunzelt Peters auf dem Weg zur ersten Voliere. Einem der Rotschwänze geht es mittlerweile so gut, dass er nach draußen in den Garten darf. Aber auch ein Kolkrabe, Krähen, Enten und ein Waldkauz sowie Tauben, darunter eine Brieftaube, sind zur Pflege bei Christiane Peters. „So viele Tiere wie dieses Jahr hatte ich noch nie“, erklärt sie. Denn: „Das liegt an der Hitze. Wenn es zu warm ist, springen die Tiere aus den Nestern.“ Daher rät sie, sich an den Naturschutzbund (Nabu) zu wenden, sollte ein kleines Vögelchen auf dem Boden gefunden werden.

Einer der Rotschwänze, die Peters aufpäppelt.

Was 2009 mit einer geretteten Schwalbe begann, ist für Peters mittlerweile zur Leidenschaft geworden. In stetigem Kontakt mit Tierarzt Andres Pohl hilft sie den Vögeln wieder auf die Beine. Was nicht immer leicht ist, wie sie verrät: „Das ist wie ein Vollzeitjob. Es passiert auch, dass die Tiere sterben. Wenn ich sie solange gefüttert und gepflegt habe, tut das weh. Aber es gehört auch dazu.“ Drei bis vier Wochen bleiben die gefiederten Patienten im Durchschnitt. Besonders häufig kommen die Tiere wegen Katzenangriffen oder Autounfällen zu ihr. Die schlimmsten Verletzungen sind offene Brüche. Aber: „Es ist eine Berufung für mich. Und einfach schön.“

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