Unkontrollierter Vermehrung entgegen wirken

Chip für Katzen könnte in Salzwedel Pflicht werden

Katzen
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Katzen sind nicht nur ein Hingucker, sondern sind auch in vielen Haushalten vertreten. Die Vermehrung sogenannter Freiläufer soll in Salzwedel eingedämmt werden.
  • VonArno Zähringer
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Eine Kennzeichnungspflicht frei laufender Katzen im Stadtgebiet mit Chip oder Transponder könnte in Salzwedel bald umgesetzt werden. Damit soll die unkontrollierte Vermehrung der Tiere eingedämmt werden.

Salzwedel – Zwar liegt die Entscheidung beim Stadtrat, doch einen ersten Schritt hat kürzlich der Verkehrsausschuss getan. Es geht um die Kennzeichnungspflicht von Katzen im Gebiet der Hansestadt Salzwedel. Die AfD hatte dazu einen Antrag gestellt, der bei einer Enthaltung angenommen wurde.

Es gehe dabei darum, der „unkontrollierten Vermehrung frei laufender Katzen entgegenzuwirken“, machte Stadtrat Roland Karsch (AfD) in der Sitzung deutlich. Um dies zu erreichen, soll die sogenannte Gefahrenabwehrverordnung der Hansestadt um den Passus erweitert werden, dass Katzenhalter, die im Gebiet der Stadt ihre Katze ins Freie lassen, die Tiere zuvor mittels Tätowierung oder Transponderchip kennzeichnen lassen müssen. „Als Katzenhalter im Sinne dieser Verordnung gilt auch, wer frei laufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt“, heißt es in dem Antrag weiter.

Ziel sei, in absehbarer Zeit die hohe Population verwilderter Katzen stark zu minimieren. Dadurch könne den Tieren Leid, das sie durch das Leben im Freien und in Folge dessen auch durch Krankheiten und Hunger erfahren, erspart werden. Zudem könnten gekennzeichnete Katzen, die eingefangen werden und mit einer Tätowierung oder Transponderchip versehen sind, gleich wieder frei gelassen werden. Die anderen dagegen würden kastriert und gekennzeichnet. „Auf diese Weise lässt sich nachverfolgen, welche Katze sich im Privatbesitz befindet“, sagte Karsch.

„Das kostet die Stadt nichts, deshalb will ich den Antrag unterstützen“, machte Bürgermeisterin Sabine Blümel gleich zu Beginn der Diskussion deutlich. Zudem sagte sie, „wenn wir eine Katze haben, die zum Tierarzt muss und eine Kennzeichnung vorhanden ist, dann hilft uns das vielleicht das eine oder andere Mal weiter“. Und Jean Kusian, kommissarische Leiterin des Bürgeramtes, hielt die Kennzeichnungspflicht für „eine tolle Idee“. Sie berichtete, dass vor einiger Zeit eine Katze gestohlen und über einen Zaun in einem Gewerbegebiet geworfen worden wäre. Doch anhand der Transpondernummer konnte das Tier schnell an die Besitzer zurückgegeben werden.

Wer Katzen füttert, der geht auch eine Verpflichtung ein, sagte der AfD-Vertreter. Renee Sensenschmidt (Freie Fraktion) findet es positiv, wenn sich Menschen um die Tiere kümmern. Dass sie durch das Füttern allerdings zu deren Besitzern würden, das könne er nicht gutheißen. Schließlich kämen dann zusätzliche Kosten auf die Tierfreunde zu.

Jean Kusian wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass dies rechtlich gesehen aber so geregelt sei. Zudem biete beispielsweise das Tierheim Ahlum Kastrationsgutscheine an. Dadurch seien Kastration und das Chippen der Katzen kostenlos.

Ausschussvorsitzender Lothar Heiser (CDU) bezweifelte hingegen, dass „wir Katzenhalter zwingen können, ihre Tiere zu chippen“. Doch, das sei möglich, sagte Bürgermeisterin Sabine Blümel. Und zwar eben dann, wenn diese Vorgabe in die Gefahrenabwehrverordnung der Hansestadt aufgenommen wird.

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