Gefährlicher Eichenprozessionsspinner soll weiter verdrängt werden

Chemisches Bekämpfen wirkt zu 70 Prozent

Zahlreiche Bäume im Altmarkkreis, auch in der Einheitsgemeinde Klötze, sind vom Eichenprozessionsspinner befallen. Über den Kreis wird die Bekämpfung koordiniert.
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Zahlreiche Bäume im Altmarkkreis, auch in der Einheitsgemeinde Klötze, sind vom Eichenprozessionsspinner befallen. Über den Kreis wird die Bekämpfung koordiniert.

pi Altmarkkreis. Auch für das Jahr 2017 hatte der Altmarkkreis Salzwedel wieder die Koordinierung der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) für den gesamten Landkreis übernommen.

Als besonders positiv bewertet der Landkreis, dass das Angebot auch immer mehr von privaten Baumbesitzern angenommen wurde, informiert Kreis-Pressesprecherin Birgit Eurich.

Nach erfolgtem Ausschreibungsverfahren wurden entsprechende Rahmenvereinbarungen mit den Beteiligten geschlossen, sodass Mitte April die chemische Bekämpfung beginnen konnte. Für die chemische Bekämpfung wird bilanziert, dass der durch die Bekämpfung mit dem eingesetzten Biozid erzielte Wirkungsgrad bei ca. 70 Prozent liegt.

Aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen in diesem Jahr waren optimale Bekämpfungstermine schwer zu finden. Vor allem für die Bekämpfung des Spinners aus der Luft, die sogenannte aviochemische Bekämpfung, die erstmals Bestandteil der Ausschreibung war, musste das Entwicklungsstadium der Larve des EPS und der Entwicklungsstand der Eichen genau beachtet werden.

Gemeinsam mit den Betreuungsforstämtern des Landeszentrums Wald wurden besonders befallene Waldränder bekämpft. Das waren in diesem Jahr Waldflächen bei Lohne, Dessau, Kerkau, Sanne-Kerkuhn, Badel, Apenburg, Kakerbeck und Jemmeritz, die mittels eines Hubschraubers besprüht wurden.

2017 wurden insgesamt 24 982 Bäume mechanisch oder chemisch bekämpft und genau 59,12 Hektar Wald aviochemisch behandelt. Beteiligte Partner des Verfahrens waren neben dem Altmarkkreis die Einheitsgemeinden Stadt Arendsee, Klötze, Kalbe, Gardelegen, die Gemeinden Beetzendorf und Wallstawe sowie der Landesbaubetrieb.

Die Gesamtkosten für die Bekämpfung beziffern sich auf rund 177 000 Euro.

Für 2018 steht der Landkreis schon wieder in den Startlöchern. Die Abfrage der Beteiligten für die Bekämpfungsbereiche ist bereits erfolgt. Die Ausschreibung wird nun zur Veröffentlichung vorbereitet. Die Amtsleiterin des Umweltamtes, Katrin Pfannenschmidt, bedankt sich bei allen Beteiligten für die gute und konstruktive Zusammenarbeit in diesem Jahr. „Auf lange Sicht können wir hinsichtlich der Bekämpfung des EPS nur erfolgreich sein, wenn sich viele Kommunen an dem Verfahren beteiligen und nicht die Gemeindegrenze entscheidet, ob befallene Bäume bekämpft werden oder nicht. Das Ergebnis der erzielten Preise durch die Ausschreibung hat nochmals eine Verbesserung zum Vorjahr ergeben, sodass sich die ein oder andere Kommune überlegen sollte, sich 2018 am Verfahren zu beteiligen“, sagte die Amtsleiterin.

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