Abgeordnete fordern öffentliche Diskussion – abgelehnt

Chefrunde verkauft Tierheim in Hoyersburg

Salzwedel – Die Freie Fraktion hat beantragt, den Betrieb des Tierheims in Hoyersburg auszuschreiben. Das beste Konzept sollte dabei den Ausschlag geben. „Einzig und allein das Wohl der Tiere sollte der Hansestadt am Herzen liegen“, ist im Antrag formuliert.

Dieser wurde letztendlich vom Stadtrat abgelehnt.

Vorangegangen war eine Entscheidung der Fraktionsvorsitzenden und der Bürgermeisterin. Diese hatten dafür votiert, das Tierheim an den Allgemeinen Tierhilfsdienst in Ahlum zu verkaufen. Dem gegenüber stehen aber die Forderungen des Salzwedeler Tierschutzvereins, der seine Investitionen in die Hoyersburger Anlage zurückfordert.

Die Fraktionschefs- / Bürgermeisterin-Entscheidung fiel aber nicht bei allen Stadträten auf fruchtbaren Boden. „Tierschutz könne nicht danach entschieden werden, wer mit dem dicksten Portemonnaie ankomme, sondern nach dem besten Konzept. Und das kann nicht in kleinen Runden hinter verschlossenen Türen diskutiert werden, sondern darüber muss in der Öffentlichkeit geredet werden“, unterstützte Marco Heide (Linke) den Antrag der Freien Fraktion. Auch Sascha Gille (Freie Fraktion) ist es wichtig, dass das Tierheim nicht aus der städtischen Hand genommen wird, um noch Einfluss darauf zu haben. Holger Lahne (SPD) votierte für einen Schlussstrich. Viel zu lange habe es dort Zwistigkeiten gegeben.

Bürgermeisterin Sabine Blümel machte in diesem Zusammenhang deutlich: „Einen Einfluss hatten wir auch vorher nicht.“ Der Verkauf stehe unter dem Zeichen, dass die Hoyersburger Anlage ein Tierheim bleibe. Wenig später sprach sie davon, dass die „Tierpension eventuell ein Tierheim“ werden könne. Den Ausschlag für die Verkaufsentscheidung an Ahlum sei letztendlich eine Geldfrage gewesen. Blümel: „Die beiden Mitbewerber haben durchblicken lassen, dass sie das finanziell nicht stemmen könnten.“ Das überzeugte offenbar dann auch die Masse der Stadträte. Diese lehnten mehrheitlich den Antrag der Freien Fraktion nach einer Ausschreibung, die das beste Konzept bevorzugt, ab.

VON HOLGER BENECKE

Rubriklistenbild: © dpa

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