21-jähriger Arendseer muss sich vor Gericht verantworten

Cannabiszucht in der Wohnung

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(Symbolbild)

Salzwedel / Arendsee – Weil er Cannabis angebaut hat und in Verdacht steht, damit auch gehandelt zu haben, muss sich ein 21-jähriger Arendseer vor dem Schöffengericht verantworten.

Der Prozess wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz hat am Freitag in Salzwedel begonnen und wird am morgigen Mittwoch, 12. Juni, in Stendal fortgesetzt.

Die Verhandlung am Freitag war eigentlich auf 9 Uhr angesetzt worden, konnte aber erst mit erheblicher Verspätung starten, da der Angeklagte durch die Polizei aus Arendsee abgeholt werden musste. Begründung: Er habe verschlafen und zuletzt vor einer Woche auf die Vorladung geschaut.

Im Prozess selbst machte der junge Mann, der keiner Beschäftigung nachgeht, einen nicht immer fokussierten Eindruck. Zwischendurch nahm er sogar einen Schluck Energydrink aus einer Dose. Auf die Frage der Staatsanwältin, was er selbst konsumiert hat, antwortete der junge Mann: Er nehme Drogen seit dem 13. oder 14. Lebensjahr. Häufig ein halbes Gramm Cannabis pro Tag, ab und zu auch Amphetamine, seltener Kokain und Ecstasy. „Alle paar Monate so ein Näschen“, erklärte der Angeklagte. Seit ein paar Wochen sei er aber nicht mehr abhängig.

Die Anklage bezieht sich auf die Durchsuchung seiner Wohnung in Arendsee im September 2017. Damals fanden die Beamten hinter einer eigens eingebauten Wand sieben Cannabispflanzen, diverse Blüten und andere Bestandteile, teilweise verpackt, ferner Utensilien und eine Feinwaage. Diese deute auf Handel hin, vermutete Richter Dr. Klaus Hüttermann. Eine 16-jährige Zeugin bestätigte dies. Sie sei in der Wohnung des Angeklagten gewesen und habe den Verkauf aus dem Küchenfenster mitbekommen. Ein Zeuge kam von der Vermietungsgesellschaft. Denn es wurde damals am Stromzähler ein Magnet zum Manipulieren gefunden. Der Angeklagte wollte den Verbrauch für die Aufzucht verschleiern, lautete der Vorwurf.

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