Zahl der beruflichen Fehltage wegen psychischer Störung steigt um 46 Prozent

Burnout auf dem Vormarsch

+
Die psychisch begründeten Fehltage haben vor allem in Sachsen-Anhalt stark zugenommen. Im Durchschnitt wurde ein Betroffener im vergangenen Jahr 44 Tage krankgeschrieben.

pi Altmark. Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Stress, Burnout oder depressiven Beschwerden.

So stiegen die beruflichen Fehlzeiten von Versicherten der Barmer-Krankenkasse wegen psychischer Störungen zwischen 2010 und 2014 bundesweit um 29,5 Prozent, in Sachsen-Anhalt sogar um 45,9 Prozent. Besonders die kommenden, sogenannten dunklen Monate führen bei vielen Zeitgenossen zu seelischen Problemen. Doch Hilfe und Vorsorge sind möglich.

„Jeder fünfte Deutsche erkrankt in seinem Leben an einer Depression oder anderen psychischen Störungen“, sagt Barmer-Landespressesprecher Thomas Nawrath. „In unserer Zeit sollte dies eigentlich kein Tabuthema mehr sein. Auch die Arbeitsunfähigkeitszahlen sprechen Bände, obwohl viele Regionen Sachsen-Anhalts noch etwas besser dastehen als der Bundesdurchschnitt.“ So hat im Jahr 2014 jeder erwerbstätige Versicherte in Deutschland rechnerisch 3,2 Fehltage allein aufgrund von psychischen Störungen gehabt. „Im Landesvergleich sind die Hallenser mit 3,5 Fehltagen am häufigsten wegen psychischer Störungen krankgeschrieben, während die Versicherten im Altmarkkreis mit 2,5 Tagen die geringsten Fehlzeiten haben“, so Nawrath. Der Landkreis Stendal liegt mit 2,87 Fehltagen im Mittelfeld der Statistik.

Hinzu kommt, dass psychische Störungen zu den langwierigsten Erkrankungen gehören. So wurde ein Betroffener psychischer Störungen im vergangenen Jahr durchschnittlich 44 Tage krankgeschrieben. Ein Siebentel aller Krankentage ist mittlerweile in Sachsen-Anhalt auf psychische Störungen zurückzuführen.

Dabei ist Vorsorge möglich. So können sich Bewegung und Sport bei Menschen mit seelischen Problemen lindernd auswirken. Das Bewusstsein selbst gegen die Erkrankung aktiv zu werden und soziale Kontakte zu anderen Menschen zu pflegen, ist ebenfalls vorteilhaft. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass sportliche Betätigung auch bei Ängsten einen positiven Einfluss hat. Wegen der konstanten Belastung hat sich Ausdauersport als förderlich erwiesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare