Gezerre um Straßenbauprojekt

B 190n: Umweltschützer und Wirtschaft kritisieren Planungen

Wirtschaftsvertreter werben für B190n-Umsetzung
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Die B190n soll einmal zusammen mit der A39 und der A14 den sogenannten „Hosenträger“ bilden.

Die Planungen zur Bundesstraße 190n, die einmal die A 14 in Sachsen-Anhalt und die A 39 in Niedersachsen verbinden soll, werden von Umweltschützern und Wirtschaft kritisiert. Während der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Projekt am liebsten ad acta legen würde, geht es der regionalen Wirtschaft nicht schnell genug.

  • BUND zählt B190n zu den unwirtschaftlichsten Straßenneubauprojekten Deutschlands.
  • IHK Magdeburg gehen Planungen nicht schnell genug.
  • Baustart nicht vor 2030.

Altmark – Von Christian Wohlt. Der BUND macht Front gegen eine B 190n in der Altmark. Unter dem Titel „Desaster im Dutzend“ listet die Umweltschutzorganisation die geplante Verbindung zwischen der im Bau befindlichen A 14 und der künftigen A 39 in Niedersachsen – den sogenannten „Hosenträger“ – unter den zwölf „unwirtschaftlichsten und unökologischsten Straßenneubauprojekten“ Deutschlands auf. Kritik übt auch die Industrie- und Handelskammer Magdeburg (IHK). Den Wirtschaftsvertretern gehen die Planungen nicht schnell genug.

BUND: „Gefährdung für Naturschutzgebiete“

„Mit der B 190n werden wertvolle Naturschutzgebiete, wie Teile der Grünen Bandes, zubetoniert und bisher unzerschnittene Räume durchtrennt“, schimpft BUND-Landesvorsitzender Ralf Meyer. Ministerpräsident Reiner Haseloff und Verkehrsminister Thomas Webel (beide CDU) müssten öffentlich klarmachen, „dass sie beim geplanten Bau der B 190n nicht nur die Wünsche der Bundesregierung unreflektiert umsetzen, sondern der Realität in Sachsen-Anhalt ins Auge schauen. Der Bau der B 190n ist nicht mehr zeitgemäß“, pflichtet ihm sein Stellvertreter Dieter Leupold bei.

Indes: Mit der B 190n werden nicht „Wünsche der Bundesregierung“ umgesetzt. Die Strecke ist im aktuellen Bundesverkehrswegeplan nur im sogenannten „nachgeordneten Bedarf“ enthalten, der Bau vor 2030 somit ausgeschlossen. Dagegen formierte sich Protest von Unternehmern, Politikern und Bürgern. „Wichtig ist, dass die Querspange B 190n zügig umgesetzt wird und damit die Hosenträgervariante gesamtheitlich die Standortbedingungen für unsere Wirtschaft verbessert. Die aktuelle Einordnung trägt so gesehen nicht zur Förderung der Wirtschaft bei“, klagt Adolf Fehse, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Regionalausschusses Altmark.

Verkehrsminister: „Planungen werden weiter verfolgt“

Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) wird von beiden Seiten in die Pflicht genommen. „Nicht zuletzt durch das Engagement der regionalen Bundestagsabgeordneten wurde die B 190n in die Kategorie des sogenannten weiteren Bedarfs mit Planungsrecht eingestuft. Insofern besteht ein gesetzlicher Auftrag für die Straßenbauverwaltung des Landes Sachsen-Anhalt, das Vorhaben kontinuierlich planerisch weiter zu verfolgen“, stellt sein Sprecher die Verantwortlichkeit dar.

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