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Bundesprogramm soll Geschäften in Salzwedels Innenstadt helfen

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Straße und Radler
Ein leer stehendes Geschäft in der Burgstraße in Salzwedel. Dieses wird zudem als Werbefläche für andere Läden genutzt. Bei einer Tour durch die Einkaufsstraße fallen diverse verlassene Gewerbeimmobilien auf. © Armon Böhm

Immer mehr stationäre Einzelhändler in Deutschland müssen ihr Geschäft aufgeben. Das sogenannte „Ladensterben“ breitet sich dabei auch in der Salzwedeler Innenstadt aus. Die Altmark-Zeitung wandte sich zu dem Thema an Andreas Köhler, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Salzwedel, welcher von Plänen berichtet, wie die Stadt zusammen mit Beteiligten im Bereich der Innenstadt dem „Sterben“ entgegenwirken möchte.

Von Armon Böhm

Salzwedel. „Ladensterben“ beschreibt den strukturbedingten Rückgang von Einzelhandelsgeschäften in Städten. Ein Phänomen, welches sich besonders in Klein- und Mittelstädten beobachten ließe, allerdings bereits auch die Großstädte erreicht hätte. Auf die Anfrage der AZ an Stadtsprecher Andreas Köhler, ob ein Rückgang des Einzelhandels auch in Salzwedel zu registrieren sei, antwortete dieser: „Ja, das ist zu registrieren.“

Die Gründe dafür seien laut Köhler vielfältig. Vor allem der Onlinehandel würde lokale Händler und Geschäfte unter Druck setzen. Dazu käme bei ländlichen Regionen wie auch bei der Hansestadt Salzwedel der demografische Wandel, welcher die Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung einer Gesellschaft beschreibt. Die Bevölkerung Deutschlands würde demnach im Durchschnitt, besonders in ländlichen Gebieten, immer älter werden. Ein aktueller Grund seien auch die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise, zu welchen auch noch ein niedrigeres Einkommen käme. Insgesamt sei der Rückgang an Geschäften aber deutschlandweit zu beobachten, so Köhler.

Zur Beschleunigung des „Ladensterbens“ führte vermutlich auch die Corona-Pandemie, da diese den Trubel der Innenstädte für etwa zwei Jahre stellenweise einschränkte und damit den Onlinehandel noch attraktiver machte. Jedoch allein die Pandemie verantwortlich zu machen, sei laut Köhler zu kurz gegriffen, da die Entwicklung schon zuvor zu verzeichnen gewesen wäre.


Die Stadt säße allerdings bereits an der Planung, wie dem Rückgang entgegenzuwirken sei. So schildert Köhler der AZ, dass ein Antrag der Hansestadt Salzwedel zur Aufnahme in das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ gestellt worden wäre. „Mithilfe von Bundesmitteln soll unter anderem ein Konzept erstellt werden, das die Leerstandsproblematik in der Innenstadt aufgreift und Handlungsempfehlungen gibt. Wir möchten einen breiten Konsens aller Beteiligten im Bereich der Innenstadt erreichen, neue Ideen für unsere Hansestadt zu entwickeln“, erklärt der Stadtsprecher. Die Aufnahme in das Bundesprogramm stelle einen wichtigen Baustein in der Entwicklung der Innenstadt dar. Als Ansprechpartner für Händler und Immobilienbesitzer stünde bereits die Wirtschaftsförderung bereit, welche gerne bei der Suche nach einem Ladenlokal helfe.

„Die Fördermittel in Höhe von 324.000 Euro für das Innenstadtprogramm wurden in der ersten Stufe des Verfahrens in Aussicht gestellt, derzeit jedoch noch nicht bewilligt“, schildert Köhler und gibt damit einen Einblick in den aktuellen Stand des Programms. Damit seien 360.000 Euro förderbar, wobei der städtische Anteil nur zehn Prozent betrage.

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