Wartungsarbeiten bei Salzwedel / Leupold: „Unzulässig“

BUND attackiert Energiekonzern Engie

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Der BUND kritisiert die Rückbauarbeiten an einer Erdgassonde nördlich des Bürgerholzes. Die Umweltorganisation meint, das dortige Vogelschutzgebiet dürfe nicht beeinträchtigt werden. 

Cheine. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Sachsen-Anhalt kritisiert die Wartungsarbeiten des Energieunternehmens Engie an der Bohrstelle „Salzwedel 69“ nördlich von Cheine.

Dieter Leupold, BUND-Projektleiter für das Grüne Band, spricht von einer „unzulässigen, massiven Beeinträchtigung zahlreicher streng geschützter Vogelarten“.

Leupold begründet dies so: „Dieser Bereich des Stadtforstes Salzwedel weist landesweit eine der höchsten Brutdichten des Kranichs auf und besitzt damit eine überregionale Bedeutung. Mit Rohrweihe, Mittelspecht, dem unregelmäßigen Brutvorkommen des Schwarzstorchs sowie weiteren Greifvogel- und Spechtarten kommen in unmittelbarer Nähe dieses Erdgassondenplatzes eine Vielzahl nach europäischem Recht streng geschützter Arten vor.“

Die Wartungsarbeiten während der Brutzeit dieser Vogelarten sei aus Sicht des BUND unzulässig, führt Leupold ferner aus. Für das betroffene Gebiet gelte ein „absolutes Verschlechterungsverbot“, meint der Fachmann aus Poppau. Darüber hinaus bemängelt er das geplante Abfackeln von Gas. „Eine unkontrollierte Freisetzung von Schadstoffen“, begründet Dieter Leupold und vermisst eine Vorprüfung.

Engie-Unternehmenssprecher Dr. Stefan Brieske kommentierte die Vorwürfe gestern nicht im Einzelnen. „Wir haben frühzeitig und transparent auf die Wartungsarbeiten an der Bohrung ,Salzwedel 69‘ hingewiesen. Eine behördliche Genehmigung für diese Arbeiten liegt ebenfalls vor“, schrieb er gestern der AZ.

Und verwies auf die Vorabinformation vom 8. April (wir berichteten). Der Konzern hatte die Arbeiten an „Salzwedel 69“ darin angekündigt – inklusive des Abfackelns geringer Mengen Gas zum Abschluss derselben. Dabei war betont worden, dass es durch „erfahrenes Fachpersonal und modernste Technik“ zu keiner Gefährdung von Menschen und Umwelt komme. Das Projekt sei genauestens geplant und unter Aufsicht des Landesamts für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt.

Der BUND seinerseits führt noch weitere Arbeiten an Erdgassonden in Vogelschutzgebieten ins Feld, so Rückbautätigkeiten an einem Standort nördlich des Bürgerholzes. „Aus Sicht des BUND liegt hier offensichtlich eine grundlegende Missachtung nationaler und europäischer Rechtsstandards vor. Der BUND hat sich daher an die zuständigen Genehmigungs- und Naturschutzbehörden gewandt und sie zu unverzüglichem Handeln aufgefordert“, so Leupold.

Von Jens Heymann

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