Bürgerbüro Salzwedel blickt auf zehn Jahre zurück

Bürgeramtsleiterin Christina Schramm (r.) und Sachgebietsleiterin Anja Weißbach (Mitte) mit den freundlichen Frauen vom Bürgerbüro: Vor zehn Jahren wurde die Einrichtung ins Leben gerufen und hat sich zum Vorteil schneller kurzer Verwaltungswege bewährt.

SALZWEDEL -  „Bei uns braucht keiner eine Nummer ziehen“, sagt Anja Weißbach, Chefin des Bürgerbüros. Die Arbeit dort flutscht, lange Wartezeiten wie bei anderen Behörden gibt es nicht. Nur einmal standen dort lange Schlangen.

Das war als zum 1. November 2010 der neue Personalausweis eingeführt wurde. „Da haben sich viele noch schnell einen alten Ausweis geholt. Die Skepsis war groß, dass die auf den neuen Karten gespeicherten Daten einsehbar sind“, weiß Anja Weißbach. Und auch, dass die Bedenken heute kaum weniger sind: „Bisher lässt nur zirka ein Siebentel die elektronische Identifizierung eingeschaltet. Und davon haben knapp ein Drittel ihre Fingerabdrücke aufnehmen lassen. “.

Doch das ist nur ein kleiner Teil des Bürgeramtes, dessen Leiterin Christina Schramm ist. Die Behörde wurde vor zehn Jahren am 5. Juli 2004 mit zehn Mitarbeitern eröffnet. Hintergrund für die Einrichtung war, eine zentrale Stelle, an der die Salzwedeler kurze Behördengänge wie Ausweis oder Pass beantragen, Steuern, Gewerbeangelegenheiten schnell und effizient erledigen können. Und das nicht zu Behörden-, sondern zu bürgerfreundlichen Öffnungszeiten (siehe Infokasten). Das ist gelungen. Auch, wenn die freundlichen Mitarbeiterinnen auf die Frage nach dem größten Andrang, scherzhaft antworten: „Mittwochnachmittag!“ Das ist die einzige Zeit in der Woche, an dem das Bürgerbüro geschlossen ist. „Kaum eine Meldebehörde hat so lange auf“, spielt Anja Weißbach auf die Öffnungszeiten bis 18, dienstags sogar bis 19 Uhr an. Auch eine Sonnabendsvormittag-Öffnungszeit wurde im Salzwedeler Bürgercenter schon getestet. Über ein Vierteljahr – da kamen zwei Leute, weiß Weißbach.

„Wir sind ein offenes Haus“, sagt Christina Schramm. Und das bietet neben Schulungsräumen auch Unterkunft für die Rentenversicherung und den Sozialverband. Auch Ausstellungen, kleinere Empfänge und ein Anlaufpunkt für Touristen gehören dazu. Letzteres oft nur aus einem Grund: Im Bürgercenter befindet sich die einzige öffentliche Toilette der Hansestadt. „Und einmal, da waren wir sogar ,Headquarter’“, lacht Anja Weißbach und erinnert sich an den Internationalen Hansetag 2008. Da haben sie und ihre Mitarbeiterinnen fast rund um die Uhr geschuftet – „aber es hat unheimlich Spaß gemacht“, schwelgen die Frauen immer noch gern in Erinnerungen.

Neben ehemaligen Heine-Schülern, die ihr altes neues Gebäude noch einmal sehen wollen, gehören die Ausgabe von Gelben Säcken und anstehende Wahlen zum Arbeitsfeld. Das Bürgercenter ist nicht nur Wahlbüro – dort werden derzeit auch die Benachrichtigungen für den 25. Mai vorbereitet. Höhepunkte sind außerdem die Versteigerungen des Fundbüros. „Wir hatten auch schon mal ein Gebiss, das im Fundbüro abgegeben wurde. Es ist das einzige Fundstück, das wir nicht aufgerufen haben“, schmunzelt Christina Schramm.

„Es wird nie langweilig“, spielt Anja Weißbach auf kuriose Anrufe an. Zum Beispiel, wie hoch das Temperaturmittel zwischen 2011 und 2013 sei. Selbst wenn solche Auskunft die netten Damen überfordert, helfen sie sonst immer gern. Auch schon mal bei einem Kreuzworträtsel. „Ja, auch solche Anrufe bekommen wir“, lacht Anja Weißbach.

Von Holger Benecke

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