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Bürger wollen weder Gift noch Biogas

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So soll das künftige Gewerbegbeit Magdeburger Straße mit einer 2,3-MW-Biogasanlage erschlossen werden: Die Zufahrtsstraßen und ein möglicher Kreisel auf der B 71 (gelb) sind nur die ersten Überlegungen. © Montage: Köhler

Salzwedel - Von Holger Benecke . Das geplante Gewerbegebiet Magdeburger Straße erhitzt weiterhin die Gemüter. Vor allem die der Anwohner. Nach der frühzeitigen Bürgerbeteiligung (wir berichteten) waren sie auch am Montag zum Bauausschuss in die Gastwirtschaft „Eisen Carl“ gekommen.

Die Anlieger stört vor allem der Fahrzeugverkehr – in einer 14-tägigen Stoßzeit 134 Lkw pro Tag. Und sie befürchten, dass es an der B 71-Abfahrt zu erheblichen Staus kommen wird. Und zu einer großen Straßenverkehrsgefährdung, wie Sven Kause deutlich machte. Denn die Abfahrt liegt nur wenige Meter vom Ortsschild entfernt – wer also aus Salzwedel rausfährt, gibt Gas, und wer in die Stadt will, kommt mit hoher Geschwindigkeit an.

Beim Landesbetrieb Bau denke man über einen Kreisel nach, wusste Henrik Böhme. Er plant für die Stadt das Gewerbegebiet. Und nur um das gehe es, ob mit oder ohne Biogasanlage, wurde Böhme nicht müde zu betonen. Doch ohne die Biogasanlage, die in seinen Ausführungen immer wieder in den Vordergrund rückte, bricht der ganze Traum vom Gewerbegebiet zusammen. Denn nur mit einem Investor gibt es Geld für die Altlastensanierung.

Der Boden dort ist arsenverseucht. Zwar gab es eine teilweise Sanierung, nur was die Anlieger nicht verstehen: Kommt ein Investor, muss das Gift weg, kommt keiner, kann es bleiben.

Stadtrat Norbert Berlin (Linke) glaubt vor allem den Zahlen nicht, die der Planer vorlegte. Zumal nicht nur Mais und Zuschlagstoffe antransportiert, sondern auch die Reste aus der Biogas-Produktion abgefahren werden müssen. „Das löst sich ja nicht in Luft auf“, ging er zunächst auf den Fahrzeugverkehr ein. „Erst hieß es, eine 750-KW-Anlage, dann waren es 1,3 MW, nun sind es 2,3 MW“, kritisierte Berlin die „Salamitaktik“. Sven Krause formulierte namens der Anlieger noch drastischer: „Wir bekommen nun die Biogasanalge, die die Buchwitzer nicht haben wollten.“

Zudem werde nicht nur die Anzahl der Fahrzeuge, sondern deren Verkehrsströme zum Problem, befürchtet Krause. Die Beschicker werden kaum auf der B 71 warten, bis sie nach langem Warten zum Gewerbegebiet abbiegen können. „Die suchen sich ihren Weg über die Bergstraße und die alte Werkseinfahrt vom Chemiewerk bzw., wenn sie aus der anderen Richtung kommen, gleich durch den Perver“, vermutet Krause.

Letztendlich stimmte der Fachausschuss mit 5:1 (Berlin) Stimmen für den Bebauungsplan Gewerbegbiet Magdeburger Straße. Zuvor war der Berlin-Antrag, die Chemiewerkstor-Zufahrt aus dem Plan herauszunehmen, gescheitert.

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