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Bürger aus Jeebel und Volzendorf feiern seit 1990 gemeinsam Tag der Einheit

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Von: Christian Reuter

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Seit dem 3. Oktober 1990 treffen sich die Bürger aus Jeebel und Volzendorf jedes Jahr direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, um die Deutsche Einheit zu feiern. © Reuter, Christian

Die Bürger der Orte Jeebel und Volzendorf trafen sich am Montag an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, um gemeinsam den Tag der Deutschen Einheit zu feiern. Eine Tradition, die seit nun 32 Jahren anhält.

Jeebel / Volzendorf – Die Orte Jeebel im Altmarkkreis Salzwedel und Volzendorf im Landkreis Lüchow-Dannenberg liegen nur rund vier Kilometer voneinander entfernt, doch bis zum November 1989 verhinderten die DDR-Grenzsicherungsanlagen, dass sich die Menschen aus den beiden deutschen Dörfern begegnen konnten. Umso froher waren die Bürger, als die Grenze geöffnet wurde und knapp ein Jahr später, am 3. Oktober 1990, die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vollzogen wurde. Seitdem feiern die Bürger aus Jeebel und Volzendorf jedes Jahr am Tag der Deutschen Einheit gemeinsam ein Fest, direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

„Die Idee dazu hatten damals die Feuerwehren aus den beiden Orten“, erinnert sich Erdmann Schulz aus Jeebel zurück. Gemeinsam mit Siegfried Bartling aus Volzendorf organisiert Schulz die Einheitsfeier nun schon seit 32 Jahren. Da beide aber nicht mehr die Jüngsten sind, gehört seit diesem Jahr Gerhard Dammann zum Organisationsteam.

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Die Organisatoren der Einheitsfeier (v.l.): Siegfried Bartling (Volzendorf), Gerhard Dammann (Volzendorf) und Erdmann Schulz (Jeebel). Rechts im Bild: die Eiche der Einheit, die 1990 gepflanzt wurde. © Reuter, Christian

Am Montag wurde das Einheitsfest zum 33. Mal gefeiert, stets an der gleichen Stelle, am ehemaligen Grenzgraben. „Wir müssen das an diesem Ort beibehalten, sonst geht das unter“, betont Schulz und verweist darauf, dass es bereits Versuche gegeben habe, die Feier an anderer Stelle auszurichten. Dies sei bei den Bürgern aber auf keine Gegenliebe gestoßen.

Und so feiern die Menschen aus Jeebel und aus Volzendorf seit 32 Jahren den Tag der Deutschen Einheit mitten in der Natur, am Grünen Band, wie der ehemalige Grenzstreifen heute heißt. So lange schon steht auch eine Eiche an dieser Stelle, zur Erinnerung an den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990. „Es ist aber nicht die erste Eiche, sondern die zweite. Die erste war gleich nach dem Pflanzen eingegangen, aber aus den Wurzeln der ersten Eiche ist die zweite hervorgegangen“, berichtet Erdmann Schulz.

Die Tradition geht übrigens so weit, dass auch an der Aufgabenverteilung nicht gerüttelt wird. Die Einwohner aus Jeebel sind schon immer für die Speisen und die Volzendorfer für die Getränke verantwortlich. So sieht eine gelebte deutsche Einheit aus!

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