Die Briten warten auf ein Hallo

Ute Brunsch: Salzwedel soll seine Städtepartnerschaften besser pflegen

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Der „Esel von Wesel“ war 2015 ein Geschenk der

Salzwedel – „Seit nunmehr 20 Jahren blüht und wächst unsere Freundschaft“ – so hieß es noch vor fünf Jahren, im Sommer 2014, zwischen den Oberhäuptern von Salzwedel und Felixstowe, der Partnerstadt aus Großbritannien.

Doch inzwischen scheint die Beziehung ein wenig eingeschlafen zu sein. Weniger von britischer, sondern mehr von deutscher Seite.

Im Sommer 2014 lachte Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke mit den Amtskollegen Mike Deacon (l.) und Graham Newman aus Felixstowe in die Kamera.

Denn während Salzwedeler, darunter Stadträtin Ute Brunsch (Linke), auch in diesem Jahr auf der Insel waren, warten die dortigen Bewohner auf eine Rückeinladung, wie Brunsch kürzlich im Hauptausschuss ansprach. Die Salzwedeler seien in Felixstowe auf dem Empfang des Bürgermeisters, Nick Barber, gewesen. Dabei sei die Rede auf Salzwedel gekommen und darauf, dass Barber noch nie von der Hansestadt eingeladen worden ist. „Das war uns unangenehm“, berichtete Brunsch im Beisein von Bürgermeisterin Sabine Blümel.

Diese bekam die Aufforderung durch die Abgeordneten, in Sachen Städtepartnerschaft aktiv zu werden. Auch zum italienischen San Vito dei Normanni soll der Kontakt wieder hergestellt werden. Zum deutschen Wesel, ebenfalls Partnerstadt von Felixstowe, bestehe über die Hanse noch guter Kontakt, hieß es im Ausschuss.

Eine Möglichkeit für den Besuch einer britischen Delegation wäre der Neujahrsempfang, wurde vorgeschlagen – über ein Wochenende von Freitag bis Sonntag. Eine ganze Woche, wie früher üblich, soll es nicht mehr geben, legte Stadtchefin Blümel fest. Sie erklärte, die Anregung aufzunehmen.

Wie schwer sich altmärkische Städte mit Partnerschaften tun, zeigt derzeit auch das Beispiel Arendsee. Nachdem eine mehrköpfige Abordnung im Juni im polnischen Wydminy nach allen Regeln der Gastfreundschaft versorgt worden war, warten die Polen nun auf die Gegeneinladung – und erhoffen sich vermutlich ebensolche Großzügigkeit. Was Bürgermeister Norman Klebe angesichts chronisch leerer Kassen sicher Schweißperlen auf die Stirn treibt.

VON JENS HEYMANN

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