Bund der Steuerzahler kritisiert Landesbergamt

Brüchau im Schwarzbuch

Die Bürgerinitiative (BI) „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ hatte immer wieder auf die mit der Giftschlammgrube Brüchau verbundenen Gefahren für Mensch und Umwelt hingewiesen. 
+
Die Bürgerinitiative (BI) „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ hatte immer wieder auf die mit der Giftschlammgrube Brüchau verbundenen Gefahren für Mensch und Umwelt hingewiesen. 

Magdeburg / Brüchau – Die Giftschlammgrube Brüchau macht wieder einmal unrühmliche Schlagzeilen. Jetzt hat es das Dauerthema auch zu einem Eintrag im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler als Verschwendungsbeispiel gebracht.

Unter der Überschrift „Chaotisches Controlling – Giftiges und teures Erbe“ wird besonders das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) aufs Korn genommen, das jahrelang keine Gefahren durch die Deponie gesehen habe.

In einem Gutachten sei aber im Mai 2020 festgestellt worden, dass die Grube undicht ist und somit möglicherweise über Jahre Schadstoffe in das Grundwasser und in die Umwelt gelangt sind. „Nunmehr kommt das LAGB zu der Feststellung, dass die Abfallentsorgungsanlage vollständig zu beseitigen ist“, heißt es im Schwarzbuch. Von den im Gutachten genannten drei alternativen Möglichkeiten werde allein die Variante „Auskofferung“, verbunden mit dem Abtransport des Gefahrenguts, als geeignete Lösung angesehen. 

„Diese Lösung ist allerdings auch die teuerste Variante für den Steuerzahler. Nach Expertenmeinungen können hier Kosten von 80 bis 150 Millionen Euro entstehen“, so die Kritik. Die vom Gutachter vorgeschlagene Vorzugsvariante, die Grube abzudichten, wäre laut Steuerzahlerbund mit grob geschätzten Kosten von „nur“ rund 20,9 Millionen Euro verbunden. Diese Möglichkeit oder eine Umlagerung auf dem Gelände ziehe das Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft aber nicht ernsthaft in Betracht. Es sei nicht das erste Mal, dass die für die Aufsicht zuständige Landesbehörde bei einer Deponie versage.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert, dass durch das seiner Meinung nach zu späte Handeln der zuständigen Aufsichtsbehörden in der Landesverwaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit ein erheblicher Millionenaufwand für den Steuerzahler entstehen werde. Besonders bedenklich sei, „dass das Landesbergamt letztlich erst durch externen Druck tätig wurde und sich viel zu spät zu einer vollständigen Untersuchung und Aufklärung entschlossen hat.“ VON CHRISTIAN WOHLT

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare