„Keine Rosinenpickerei“

Breitband-Zweckverband erwartet von der Telekom Aufklärungsarbeit

Altmark. Für den Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) ist „unklar“, mit welchen Technologien und wo genau die Telekom ihr schnelles Internet umsetzen will.

Auf Anfrage der AZ reagierte der kommunale Zweckverband jetzt auf die Ankündigung der Telekom, bis 2017 rund 20 000 Haushalte in der Altmark mit schnellem Internet zu versorgen (AZ berichtete).

Dass der ZBA schon 2013 wusste, was die Telekom jetzt vorhat, wie diese mitteilte, sei „falsch“. Diese Informationen habe die Telekom dem ZBA nur „unfrei“ zur Verfügung gestellt. Man bemühe sich jetzt darum, diese Informationen öffentlich machen zu dürfen.

Glasfaser bis ins Haus werde die Telekom „augenscheinlich“ nicht umsetzen, glaubt Michael Ziche, Landrat in Salzwedel in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer des ZBA. Der im Juli 2012 von beiden Altmarkkreisen gegründete Verband hoffe, so Ziche, dass die Telekom das Glasfaser-Netz des ZBA nutzen wird und über diese Infrastruktur Dienstleistungen und Produkte anbietet. Diese Aussage ist neu, denn der Partner des ZBA ist die DNS:NET. Vor einigen Wochen war der Internet-Anbieter Arche.Net noch auf die Barrikaden gegangen und hatte gefordert, dass der ZBA sein Netz allen Anbietern, auch der Arche.Net, zur Verfügung stellen müsse.

Arche.Net unterstellte dem ZBA, unzulässig für DNS:NET zu werben. Inzwischen liegt nach Kenntnis der AZ eine einstweilige Verfügung gegen den ZBA vor.

Nach wie vor hält der kommunale Zweckverband sein Glasfaser-Internet, das unabhängig von der Anzahl der Nutzer bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bieten soll, für die beste Variante. Die Telekom hatte von einem „Technologiemix“ gesprochen, das bis zu 50 Mbit/s durch VDSL ermöglichen soll.

Die Telekom habe für diese Erschließung Orte und Ortsteile genannt, die bereits teilweise mit VDSL erschlossen sind, darunter Salzwedel mit 11 800 Haushalten. Der ZBA weist darauf hin, dass die Altmark mehr als 120 000 Haushalte hat.

Aus Sicht von ZBA-Geschäftsführer Michel Ziche müsse die Telekom „jetzt Aufklärungsarbeit leisten, denn es wurden nunmehr Erwartungshaltungen geweckt, die auch befriedigt werden müssen“. Eine „Rosinenpickerei“ dürfe es nicht geben.

Von Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © dpa

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