Brandanschlag auf „Autonomes Zentrum“ - der ganze Artikel

In der Nacht zu gestern flogen drei Brandsätze gegen das „Autonome Zentrum“ in Salzwedel. Foto: Meineke

Salzwedel. In der Nacht zu gestern ist in Salzwedel ein Brandanschlag auf das „Autonome Zentrum“ an der Altperverstraße verübt worden. Da eine politische Motivation nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt der Staatsschutz (Zeugen bitte melden unter Tel. 03901 / 84 80).

Die „Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt“ geht von einem Zusammenhang mit der Rechtendemo am morgigen Sonnabend aus. Der Verein „Miteinander“ fordert ein Verbot des Naziaufmarsches.

Nach Polizeiangaben wurden in der Nacht gegen 1 Uhr drei Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit gegen die Fassade des linken Zentrums „Kim Hubert“ geworfen. Da das Zentrum im Gegensatz zu den Nachbargebäuden kein Fachwerkbau ist, blieb es bei einer verkohlten Fassade. Links und rechts befinden sich bewohnte Fachwerkhäuser.

Die hansestädtische Feuerwehr kam nicht zum Einsatz. Als die Polizei eintraf, war die Flüssigkeit bereits verbrannt. Worum es sich dabei genau handelt, konnten die Beamten gestern noch nicht sagen. Nach Angaben der „Mobilen Opferberatung“ befanden sich zur Tatzeit mehrere Personen in dem Gebäude. Die Täter hätten billigend in Kauf genommen, dass Menschenleben gefährdet wurden. Es sei unverkennbar zu sehen gewesen, dass innen Licht brannte. Das „Autonome Zentrum“ sei in den zurückliegenden 15 Monaten viermal von Rechten angegriffen worden.

Der Verein „Miteinander“ fordert nicht nur ein Verbot der Demo, sondern auch Konsequenzen „gegen die militanten Neonazis“. Geschäftsführer Pascal Begrich sieht dem Aufmarsch und dem damit verbundenen Gewaltpotenzial „mit großer Sorge“ entgegen.

Die „Freien Nationalisten Altmark West“ weisen den Brandanschlag weit von sich: „Das ist initiiert, um gegen die Demo zu hetzen“, so ein Sprecher.

Zum morgigen Naziaufmarsch werden rund 300 Vertreter der rechten Szene erwartet. Die Stadt und das Umland machen mit vielfältigen Aktionen dagegen mobil und wollen in ganzer Bandbreite zeigen, dass Salzwedel eine weltoffene, tolerante Stadt ist.

Von Ulrike Meineke

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