So schmeckt die Zukunft: Roquette erstmals auf Grüner Woche

Boxer Axel Schulz schlürfte Klötzer Algenbrause

Berlin / Klötze. Saftige Mehlwurm-Burger, frittierte Weißwurstpralinen, nussig-malzige Kaffeekirschen-Limonade und zahlreiche weitere Ernährungstrends gab es auf der nun zu Ende gegangenen Grünen Woche in Berlin, auf der sich zehn Tage lang über 1600 Aussteller aus 66 Ländern 400 000 Besuchern präsentierten, zu sehen und zu schmecken.

„Schmeckt echt jut“: Ex-Boxer Axel Schulz probierte die Algen-Limonade „Helga“.

Unter dem Motto „Wie schmeckt die Zukunft?“ hatten die Spitzenverbände der deutschen Lebensmittelwirtschaft an ihren Gemeinschaftsstand in Halle 22a eingeladen. Mit dabei: Auch ein in Klötze ansässiges Unternehmen. „Für uns war es ein sehr erfolgreicher Messeauftritt, der uns viel Aufmerksamkeit einbrachte“, bilanziert Jörg Ullmann, Geschäftsführer von Roquette Klötze, die erste Präsentation des Unternehmens auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.

Drei Tage lang war die Algenfarm am Altmarkstand des Tourismusverbandes vertreten. Zudem wurde der Kochlöffel bei zwei der zahlreichen Kochshows auf der Bühne des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) geschwungen. Natürlich immer unter einem Gesichtspunkt – wie Algen den Speiseplan bereichern können. Dass dieser neue Trend eigentlich gar nicht so neu ist, konnte Ullmann dem interessierten Publikum erklären. So habe der Verzehr von Algen als gesundes Meeresgemüse auch in Europa eine lange Tradition. „In Küstenregionen wurden schon immer Algen gegessen. Das wird jetzt gerade wiederentdeckt, auch in der gehobenen Küche“, so der Roquette-Geschäftsführer. Andererseits enthalten Algen von Proteinen über Kohlenhydrate bis hin zu ungesättigten Fettsäuren alle Nährstoffe, die der Mensch zum Leben brauche. Algen und Algenextrakte können, so Ullmann, unter anderem als natürliche Farbstoffe verwendet werden, den Salzgehalt in Lebensmitteln reduzieren und sogar Butter und Ei in Backwaren ersetzen.

Und dass beim Kochen mit Algen am Ende auch noch etwas Schmeckhaftes rauskommt, wurde unter anderem mit einem klassischen Algensalat aus Wakame, einer ostasiatischen Braunalge mit knackiger Konsistenz, demonstriert. Beim Kokos-Bananen-Milch-Shake kam Spirulina-Alge als blauer Farbstoff zum Einsatz. Und der Gugelhupf gelang dank eines gold-gelben Mikroalgenpulvers (Chlorella) auch ohne die klassischen Zutaten Butter und Ei. „Die, die den Kuchen probiert haben, haben keinen Unterschied feststellen können“, erzählt Ullmann. Einer der größten Skeptiker in der Runde und letztlich ebenfalls überzeugt: der Koch selbst – Daniel Schade, Vizechef des Verbandes der Köche Deutschlands (VKD).

Das Thema Alge lockte auch so manches bekannte Gesicht an den Stand von Roquette. So bekam Ministerpräsident Reiner Haseloff für sein großes Interesse ein Algenkochbuch überreicht. Und Axel Schulz freute sich über eine Kostprobe des Algen-Erfrischungsgetränks „Helga“. „Schmeckt echt jut und janz schön gesund“, so der der Kommentar des Ex-Boxers im feinsten Berlinerisch.

Von Matthias Mittank

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