Pächter des Bowlingcenters Salzwedel zeigt sich weiterhin optimistisch

„Ich will noch im Sommer öffnen“

André Langwald, Pächter des Salzwedeler Bowlingcenters
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Pächter André Langwald freut sich schon darauf, im Salzwedeler Bowlingcenter bald wieder Gäste bewirten zu können. Er will möglichst noch im Sommer wieder öffnen.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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„Dass es sich so lange hinzieht, hätte ich nicht gedacht“, sagt André Langwald, Pächter des Bowlingcenters Odeon in Salzwedel. Seit dem 2. November und damit seit fast sieben Monaten legt der zweite Lockdown infolge der Corona-Pandemie weite Teile Deutschlands lahm. Davon betroffen sind neben Gastwirten, Konzertveranstaltern und Schaustellern auch die Betreiber von Bowlingcentern.

Die beliebte Freizeiteinrichtung in Salzwedel war bereits beim ersten Lockdown vom 16. März bis Mitte Juli geschlossen. Bevor wieder geöffnet wurde, schaute sich André Langwald Anfang Juli in der Magdeburger Bowling World um, einem Center mit 30 Bahnen, das einzige, das damals offen gewesen sei. „Wegen des Hygienekonzeptes, bis Mitte Juli hatten wir das dann auch in Salzwedel umgesetzt.“

Seit einem halben Jahr sind die Kegel nicht mehr umgefallen. So lange rollen keine Kugeln über die Bahnen.

Doch schon nach zwei Wochen war das Center erneut zu. Denn der Betrieb habe sich nicht wirklich gelohnt, nur einige Stammbowler seien gekommen. „Die Bowlingbahnen sind das Kerngeschäft, das muss laufen“, erklärt der 46-jährige Mahlsdorfer.

Ab dem 27. August war das Center dann wieder auf, bis zum 31. Oktober, sozusagen dem Vorabend vom zweiten Lockdown. Seitdem sind die Türen des Odeon geschlossen, bleiben die Bahnen leer und warten die Kegel darauf, endlich wieder mal umzufallen.

Und wie kommt der Pächter wirtschaftlich damit klar? „Im Januar gab es die November- und Dezemberhilfe. Das waren 75 Prozent vom Umsatz des Vorjahres“, berichtet er. Sein Glück in der Corona-Krise: Der Dezember ist der umsatzstärkste Monat im Bowlingcenter, allein schon wegen der vielen Weihnachtsfeiern.

Beim ersten Lockdown habe er eine Förderung von 9000 Euro beantragt und auch erhalten. Doch wie lange diese reicht, kann sich jeder ausrechnen, wenn er weiß, dass die monatlichen Betriebskosten des Bowlingcenters bei etwa 4000 Euro liegen. „Ohne Rücklagen vom Winter wäre ich nicht über den Sommer gekommen“, berichtet Langwald. Und er sei froh, dass seine Frau und sein Sohn Berufe haben, in denen sie durcharbeiten und ihn damit finanziell etwas unterstützen konnten.

Für die Zeit von Januar bis Juni dieses Jahres wolle Langwald noch die Hilfe vom Staat beantragen, „das macht mein Steuerberater“. Wenn man die Gewissheit habe, dass der Staat einen nicht im Regen stehen lasse, gebe dies mehr Zuversicht. Die Unsicherheit sei im vergangenen Jahr größer gewesen, meint der 46-Jährige.

Aber: „Ich hätte mein Geld lieber selbst verdient. Die Arbeit und auch der Kontakt zu den Gästen fehlen mir. Viele Stammgäste sind zu Freunden geworden.“

Seine erste Corona-Impfung habe er inzwischen schon erhalten, wegen einer chronischen Hauterkrankung sei er in die Priorisierungsgruppe 3 gekommen. Und auch seine einzige Festangestellte sei bereits geimpft, weil sie im Nebenerwerb beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) aushelfe.

„Wenn man geimpft ist, kann man sich wieder freier bewegen. Und wir bieten unseren Kunden dadurch auch eine Sicherheit“, erklärt der gelernte Tischler. Ab wann werden die Kugeln wieder über die Bowlingbahnen rollen, um die Kegel umzuwerfen? Einen genauen Termin kann André Langwald noch nicht nennen.

Aber für ihn steht fest: „Es ist wichtig, dass der Betrieb wieder anläuft. Ich will möglichst noch in diesem Sommer wieder öffnen.“ Das wäre dann immer noch rechtzeitig, um im kommenden Jahr das 25-jährige Jubiläum des Bowlingcenters feiern zu können. Dann hoffentlich endlich ohne Corona und die ganzen Einschränkungen.

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