Räumkommando wurde auf Fliegerhorst fündig

Auf Salzwedeler Fliegerhorst: Bomben weg, Solarpark hin

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Räumtrupps pflügen den ehemaligen Fliegerhorst nach Bomben und Munition um – und sind fündig geworden. Dort soll bis Ende August ein Solarpark gebaut werden.

Salzwedel. Auf dem Salzwedeler Fliegerhorst sieht es derzeit aus wie Dresden 1945. Kein hinkender Vergleich, denn dort wird nach Bomben gesucht. Und die Trupps sind fündig geworden.

Vier so genannte SC 10 Splitterbomben der deutschen Luftwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg sind geborgen und unschädlich gemacht worden. Dabei handelt es sich um rund zehn Kilogramm schwere Bomben – zehn Prozent des Gewichts macht der Sprengstoff aus. Zudem fand das Räumkommando Infanteriemunition und Übungshandgranten. Letztere aus Grenztruppen-Beständen.

Seit sechs Wochen sind die Männer an der ehemaligen Rollfeldringstraße im Einsatz, haben dort, wo die Suchgeräte anschlugen, weiterhin jede Menge Schrott aus der Erde geholt. Eine Woche werden sie noch zu tun haben. Dann beginnen die Rammarbeiten auf dem Geländes des Kieswerkes von Heiko Werner. Das Terrain wird nicht ohne Grund so sorgfältig von den Altlasten befreit. Auf dem ehemaligen Rollfeld soll im ersten Abschnitt ein rund zwölf Hektar großer Solarpark entstehen (wir berichteten).

Dazu werden zunächst die Pfähle für die Solartische in den Boden gerammt, danach beginnt die Montage. Bis Ende August soll der Park auf dem Fuchsberg fertig sein und dann Strom liefern. Vorgesehen ist, dass das zwölf Hektar große Solarfeld neun bis zehn Megawatt Strom aus der Sonnenkraft gewinnt und diesen in das öffentliche Netz einspeist.

Ein weiterer Ausbau ist ins Auge gefasst. Ursprünglich waren 27 Hektar für Photovoltaikanlagen auf dem ehemaligen Militärgelände vorgesehen. In zwei Jahren könnte dann der zweite Abschnitt angegangen werden, sodass am Ende eine Gesamtfläche von zirka 20 Hektar Sonnenstromerzeuger auf dem Fuchsberg stehen wird. Ein zweites Areal auf der früheren Idiotenwiese, auf der zu DDR-Zeiten Fahrschultraining absolviert wurde, ist inzwischen vom Tisch. Dort soll Platz für Ausgleichsmaßnahmen sein.

Von Holger Benecke

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