Die Altmärker spenden wieder mehr trotz anfänglicher Ängste wegen Corona

Blutspendebereitschaft in der Altmark steigt

Die Altmärker spenden wieder mehr Blut. Die Corona-Pandemie hatte viele vorerst abgeschreckt.
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Die Altmärker spenden wieder mehr Blut. Die Corona-Pandemie hatte viele vorerst abgeschreckt.

Salzwedel – Die Corona-Pandemie hat in vielen Bereichen ihren Tribut gefordert. So auch bei der Blutspende. Denn auch dort waren die Folgen deutlich zu spüren. Die Altmärker trauten sich anfangs nicht zum „Anzapfen“ zu gehen. Die Zahl der fleißigen Spender sank.

Vier der sechs ehrenamtlichen Helfer des Blutspende-Teams aus Salzwedel beim Verteilen der Lunchpakete.

Doch Simone Müller, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Salzwedel, hat gute Nachrichten: „Die Spendenbereitschaft ist wieder erfreulich gut“, erklärt sie strahlend im Gespräch mit der AZ. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gehen nun wieder mehr zum Spenden. „Die Leute hatten anfangs Angst, doch das hat sich mit der Zeit gelegt“, berichtet Simone Müller erfreut weiter. Auch wenn die Bereitschaft der Spender wieder angestiegen sei, jährlich werden es rund 100 000 weniger. Wobei jeden Tag zirka 15 000 Blutspenden benötigt werden. Da nützt nur eins: neue Spender finden.

Weltblutspendertag mit neuer Aktion

Simone Müller ist stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes in Salzwedel.

Nun steht der Weltblutspendertag, Sonntag, 14. Juni, vor der Tür. Und trotz des Namens finden an diesem Sonntag keine Spenden statt. Das DRK hat sich aber etwas anderes überlegt. Mit einer bundesweiten Aktion wollen Medien, Firmen, Vereine, Bands und bekannte Personen des öffentlichen Lebens die Buchstaben / Zahl A, B und O in Logos, Schriftzügen und Social-Media-Beiträgen weglassen. Die fehlenden Buchstaben sollen auf die Blutgruppen A, B und Null aufmerksam machen. So soll das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Blutspende sensibilisiert und gestärkt werden.

Maßnahmen zur sicheren Spende

Doch wie genau läuft eine Blutspende in Zeiten von Corona ab? Zur meistgestellten Frage, ob das Blut auf Corona getestet wird, antwortet die stellvertretende Vorsitzende mit Nein. Der Grund: Eine Übertragbarkeit des Virus über das Blut konnte vom Paul-Ehrlich-Institut nicht erwiesen werden.

Dennoch hat das DRK Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um die Spender untereinander und die ehrenamtlichen Mitarbeiter zu schützen. Neben den bereits bekannten Maßnahmen, die fast überall praktiziert werden, wird von jedem Ankommenden die Temperatur gemessen. Außerdem wird nach dem bereitwilligem Geben vom Lebenssaft kein Buffet mehr angeboten, sondern ein Lunchpaket. Doch gerade das kommt bei den Spendern gut an. „Wahrscheinlich, weil mehr drin ist, als die Leute erwarten“, vermutet Simone Müller.

Mehr Arbeitsaufwand für die Freiwilligen

Doch mit der neuen Verpflegung fällt auch neue Arbeit an. Unter der Leitung der ehrenamtlichen Helferin Gudrun Mau und ihres Mannes Arno arbeiten die Freiwilligen unter Hochdruck. „Es muss mit Mundschutz und Handschuhen eingekauft werden, danach müssen außerdem die Brötchen geschmiert und die Lunchpakete gepackt werden“, erklärt Simone Müller: „Mit Vor- und Nachbereitung an den Blutspendetagen gehen einige Stunden ins Land.“ So kann schon mal ein ganzer Arbeitstag ins Land ziehen. Doch die Freiwilligen machen es gerne, erzählt die stellvertretende Vorsitzende voller Stolz auf ihre Helfer.

Nur wer sich gesund fühlt, sollte spenden

Jede Blutspende zählt und rettet tagtäglich Leben. Doch zum Abschluss verdeutlicht Simone Müller noch einmal, dass nur gespendet werden sollte, wenn man sich gesund fühlt und die Maßnahmen einhält. „Wenn ich mich nicht gut fühle, oder merke, dass ich eine Erkältung bekomme, sollte ich nicht spenden gehen. Da ist keiner böse“, erklärt Simone Müller verständnisvoll. Denn gespendet werden kann nach der Genesung immer noch.

VON LYDIA ZAHN

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