Jeetzefarm in Salzwedel wurde von Vandalen heimgesucht

Blinde Zerstörungswut

Marie, Lucia, Mathilda, Leander und Chiara (v.l.) haben die Schäden repariert und lächeln schon wieder.
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Marie, Lucia, Mathilda, Leander und Chiara (v.l.) haben die Schäden repariert und lächeln schon wieder.

Salzwedel – Seit einigen Tagen sind die Schüler der Jeetzeschule in Salzwedel (JiS) wieder fleißig dabei, ihr Projekt Jeetzefarm fortzuführen.

Innerhalb der kommenden Wochen wird auf dem 1,2 Hektar großen und immer noch größtenteils brachliegenden Gelände, das als außerschulischer Lernort dient, gejätet, gebaut, gepflanzt, gekocht und gelernt. So findet das, was Achtklässler im vergangenen Jahr (wir berichteten) begonnen haben, durch ihre Nachfolger eine Fortführung.

In der ersten Woche haben die Mädchen und Jungen schon eine Menge geschafft: Meterhohes Unkraut wurde entfernt, ein Weg angelegt, das im vergangenen Jahr entstandene Baumhaus möbliert und jede Menge mehr. So entsteht aus dem verwilderten Gelände zusehends ein ansehnliches Fleckchen Erde – das jetzt Ziel blinder Zerstörungswut wurde.

„Die Enttäuschung stand den Schülern ins Gesicht geschrieben, dass ihre Arbeit von anderen kaputt gemacht wurde“, beschreibt Sozialpädagoge Torsten Riethmüller, der das Projekt betreut, die erste Reaktion.

Die Möbel, die die Jugendlichen gebaut hatten, und eine Wand des Baumhauses wurden über Nacht zertrümmert oder beschmiert. „Die Bank war kaputt, der Tisch umgeworfen und vollgekritzelt“, erzählt ein Schüler.

Dass andere eine Freude daran haben, das Eigentum anderer einfach so zu zerstören, ist für die Achtklässler unvorstellbar. „Es ist total ärgerlich und auch so sinnlos“, sagt ein Schüler. Dass es obendrein geschmierte Beschimpfungen gab, lässt die Jugendlichen mit den Schultern zucken. „Das ist schon beleidigend. Aber besonders kreativ war es nicht“, bemerkt ein Mädchen.

Von Sinnlosigkeit ist auch die Aktion gekennzeichnet, dass die Randalierer die ganzen 1000 Liter Trinkwasser aus dem großen Tank abgelassen haben, den der Wasserverband der Schule für die Farm zur Verfügung gestellt hatte. Mit dem Wasser wurde gekocht, Tee zubereitet, abgewaschen und wurden auch die Pflanzen gegossen.

Jetzt heißt es für die Schüler erstmal wieder etliche hundert Meter weit mit der Schubkarre Kanister und Flaschen voller Wasser für den Tagesbedarf heranschaffen. – „Weil andere Langeweile haben und nichts Sinnvolles in ihrer Freizeit anzufangen wissen.“

Ungestraft sollen die noch unbekannten Täter allerdings nicht davonkommen. Die Schule hat Anzeige bei der Polizei erstattet, die sich der Sache bereits angenommen hat. FotoS (4): schulze-wührl

VON MEIKE SCHULZE-WÜHRL

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