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Bisher kein Fischsterben im Raum Salzwedel zu beobachten

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Von: Christian Reuter

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Jeetze in Salzwedel
Auch die Gewässer des Altmarkkreises Salzwedel, wie die Jeetze, sind von der Hitze der vergangenen Wochen betroffen. Die Fische trifft es aber zum Glück nicht. © Armon Böhm

Die Hitze lässt in ganz Sachsen-Anhalt Gewässer austrocknen, und der Sauerstoffgehalt des Wassers ist vielerorts ebenfalls betroffen. Ein Fischsterben wie vor zwei Jahren könnte daher die Folge sein, denn an einigen Orten kam es bereits zu solchen Vorfällen. Um mehr über die Lage im Landkreis zu erfahren, wandte sich die Altmark-Zeitung an Birgit Eurich, Pressesprecherin für den Altmarkkreis Salzwedel.

Von Armon Böhm

Salzwedel. In der Saale bei Bernburg wurden vor einer Woche bereits 300 tote Fische aufgefunden, mit einer Schätzung von insgesamt 3.000 toten Fischen (AZ berichtete). Größere Schlagzeilen machte das Fischsterben an der Oder in Brandenburg an der deutsch-polnischen Grenze, wo Zehntausende Fische vergiftet wurden. Die genaue Ursache ist noch unbekannt.

Auch im Altmarkkreis seien laut Eurich aufgrund der klimatischen Veränderungen in den letzten Jahren zunehmend austrocknende Oberflächengewässer festzustellen. „Kommen dazu Havarien durch Schadstoffeinleitungen, ist natürlich auch ein Fischsterben aufgrund zu geringem Sauerstoffgehalt im Wasser nicht auszuschließen“, führte die Pressesprecherin fort, doch ergänzte: „Zum Glück musste dies aber in diesem Jahr noch nicht festgestellt werden.“

Zwar habe jedes Trockenfallen von Gewässern Auswirkungen auf die Fischpopulation, doch passiere dies zumeist nicht plötzlich, wodurch sich die Fische in Gewässer zurückziehen würden, die noch ausreichend Wasserführung haben. Zu einer Abnahme des Sauerstoffgehalts in den Gewässern des Landkreises soll es laut Eurich bisher nicht gekommen sein. Die Fischpopulation im Altmarkkreis Salzwedel sei daher nicht durch die Hitze der vergangenen Wochen gefährdet worden.

Dies bestätigte auch Heiko Marder, Inhaber von Angelshop Marder in Salzwedel und selbst Angler. Ihm seien bisher keine Veränderungen der lokalen Fischbestände aufgefallen. Es sei alles so wie immer.

Würde es zu einem zu geringen Sauerstoffgehalt kommen, so würde dies Eurich zufolge erst einmal zu Stressreaktionen bei den Fischen führen. Die Grenzwerte, ab wann es für einen Fisch also tödlich enden kann, seien je nach Fischart unterschiedlich. Forellen bräuchten besonders viel Sauerstoff zum Überleben. Insgesamt seien große Fische auf mehr Sauerstoff angewiesen als kleine Fische. Aale hingegen würden notfalls über Land „gehen“, um zum nächsten Gewässer zu kommen. „Bei weniger als 2 mg/l (Milligramm pro Liter) Sauerstoff kommt es zum massiven Fischsterben und ab 1 mg/l zum totalen Fischsterben“, teilte Eurich mit.

Der durchschnittliche Sauerstoffgehalt von Gewässern beträgt bei null Grad Celsius 14,6 mg/l und sinkt bei 20 Grad Celsius auf 9,1 mg/l. Durch Verschmutzungen wird allerdings Sauerstoff noch zusätzlich gebunden, wodurch der Gehalt des Sauerstoffs noch weiter sinkt. Gewässer sollten möglichst rein gehalten werden.

Bezogen auf die Frage, worauf allgemein bei dem Thema Fischsterben noch geachtet werden sollte, äußerte Pressesprecherin Birgit Eurich: „Niederschlagswasser-Rückhaltebecken und Speicherbecken für Beregnungsanlagen sollten grundsätzlich nicht mit Fischen besetzt werden, da es hier regelmäßig zu Sauerstoffzehrungen und zum Teil auch zu wesentlichen Wasserstandabsenkungen kommt.“

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