Corona-Impfung

Birgit Goebel (61) erzählt ihre ganz persönliche Impf-Geschichte

Frau am Schreibtisch.
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Birgit Goebel will mit ihrer Geschichte dazu animieren, sich impfen zu lassen. Sie hat es getan und ist „der Freiheit einen Schritt näher gekommen“.
  • Ulrike Meineke
    vonUlrike Meineke
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Mit 61 Jahren ist Birgit Goebel eigentlich noch nicht an der Reihe. Dennoch wurde sie schon gegen Corona geimpft.

Salzwedel – Sie ist 61 – und eigentlich noch nicht dran. Birgit Goebel hatte sich darauf eingestellt, noch eine Weile auf ihre Corona-Impfung warten zu müssen. Dass sie sich impfen lassen will, stand für die AZ-Mediaberaterin außer Frage. „Dann las ich bei uns in der Altmark-Zeitung, dass Impftermine frei sind, besonders viele in Kakerbeck“, schildert sie. Schnell rief sie die Hotline 116 117 an. „Ich kam schnell durch und hatte drei Tage später einen Impftermin für mich und meinen Mann“, erzählt die 61-Jährige. Dann begann für sie eine emotionale Odyssee. Werde ich Astrazeneca gut vertragen, wo dieser Impfstoff doch so schlecht geredet wurde und wird?

Bei allen Zweifeln überwogen aber andere Gedanken. „Ich will das Leben zurück“, stand da als große Maxime. Und: „Ich will mich und andere schützen“. Birgit Goebel dachte dabei insbesondere auch an ihre über 80-jährigen Eltern, „die ich auf keinen Fall anstecken wollte“.

Viel Gutes hatte die Salzwedelerin über Astrazeneca nicht gehört, immer wieder war auch von heftigen Impfreaktionen die Rede. „Ich hatte Schiss, aber auch meine Ärztin riet mir zu der Impfung.“ So richtete sich Birgit Goebel auf Fieber und Schüttelfrost ein. Die Impfung war am Sonnabend, 17. April, kurz nach 11 Uhr. „Ich habe alles vorbereitet, damit ich am Wochenende ,umliegen’ kann“, schildert die Mediaberaterin.

Der Termin rückte näher, ihr wurde immer mulmiger zumute. „Wir sind mit ganz gemischten Gefühlen und sehr aufgeregt nach Kakerbeck gefahren“, erzählt sie. Doch die Atmosphäre in Kakerbeck sei sehr entspannt gewesen. Freundliche Bundeswehrsoldaten empfingen das Ehepaar, und auch die Impfärztin habe eine beruhigende Ausstrahlung gehabt. Was Birgit Goebel auch gut getan hat, war „das Gemeinschaftsgefühl“ mit den vielen Menschen im Wartebereich. Alle fühlten ähnlich.

Dann war es so weit. Den Pieks merkte Birgit Goebel gar nicht. Zurück zu Hause, ließ sie die Uhr nicht aus den Augen. Zwei Stunden waren vergangen, drei, vier, fünf, sechs ... Nichts. „Ich habe ständig in meinen Körper hineingefühlt, ob es jetzt losgeht, aber nichts.“ Ihr Mann habe kurzzeitig leichte Kopfschmerzen gehabt.

Die erste Frage am Sonntagmorgen: „Geht es dir gut?“ Ihr Mann fragte sie, sie ihren Mann. Beiden ging es gut – keine Impfreaktion. Das Ehepaar ließ sich die Vitamine schmecken, die Birgit Goebel vorbereitet hatte: Ingwer-Tee mit Zitronen aus eigener Zucht, als Sirup mit Honig, frischer Salat ... Die Paracetamol-Tablette, die sich die Goebels für den Fall der Fälle parat gelegt hatten, blieb liegen.

Birgit Goebel verspürte nach der Impfung eine Erleichterung. „Ich fühlte mich sofort freier, auch wenn der Impfschutz noch gar nicht da ist“, sagt sie. „Ich bin der Freiheit einen Schritt näher gekommen.“

Die 61-Jährige will mit ihrer Geschichte dazu animieren, sich impfen zu lassen, auch mit Astrazeneca. „Man darf sich einfach nicht verrückt machen lassen“, resümiert sie.

Selbst wenn es Impfreaktionen gegeben hätte, sei das allemal besser, als nicht zu wissen, wie es einen erwischt, wenn man sich mit Covid-19 infiziert.

„Ich will das Leben zurück“, war der Ansatz ihrer Überlegungen. Wenn wir alle diesem Ziel schnell näher kommen wollen, „dann müssen wir uns impfen lassen“, ist die Salzwedelerin fest überzeugt.

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