Biogas bei Böddenstedt

Erläuterte die Funktionsweise der Biogasanlage bei Böddenstedt: Volkmar Dertmann von der Gecon Engineering GmbH Recklinghausen. Sie hat die Anlage, die in der Nähe des Kuhstalls stehen soll, konzipiert.

Böddenstedt - Von Ulrike Meineke. Christiane und Detlef Koch wollen ihren Landwirtschaftsbetrieb in Böddenstedt stabilisieren, sich ein weiteres Standbein schaffen. „Wir möchten uns einfach breiter aufstellen“, erläuterte Detlef Koch dem Bauausschuss am Montagabend, warum er eine Biogasanlage bauen will. Sein Betrieb umfasst knapp 300 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und rund 100 Kühe (740 000 Kilo Milchquote).

Die auf 499 Kilowattstunden konzipierte Anlage, so erfuhren die Ausschussmitglieder um Vorsitzenden Norbert Block, soll in der Nähe des Kuhstalls im Außenbereich von Böddenstedt errichtet und mit Mais und Grassilage der GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) sowie mit Biomasse von fünf Zulieferbetrieben aus der näheren Umgebung bestückt werden.

„Der Abstand zum nächsten Haus beträgt 600 Meter“, erläuterte Volkmar Dertmann, Geschäftsführer der Gecon Engineering GmbH Recklinghausen. Er hat das Projekt entwickelt. Gebaut wird die Biogasanlage von der Envitec, deren Vertreter Christian Tewes aus Lohne am Montagabend ebenfalls anwesend war.

80 Prozent des Inputs (Mais, aber auch Gras- und Ganzpflanzensilage sowie Rindergülle und Wasser) ergeben am Ende ein Substrat, das auf die Felder ausgebracht werden soll. Die 20 Prozent Biogas werden in einem Blockheizkraftwerk zu Strom umgewandelt, der ins Netz eingespeist wird. Der Motor werde mitsamt der kompletten Elektrik in einem festen Gebäude installiert, rund um die Anlage ist ein Wall vorgesehen, der bepflanzt wird. So sei die Anlage in der Feldmark kaum sichtbar. Was mit der Wärme passiert, die als Produkt ebenfalls anfällt, ist noch unklar. Auf jeden Fall, so versicherte Dertmann, sei die Anlage auch ohne die Wärmenutzung rentabel. Der Bauantrag wurde vor acht Wochen gestellt.

Bedenken, das Wohngebiet Wohrsberg werde mit Geruch belästigt, wies Dertmann als unbegründet zurück: „Es ist nichts da, was nicht jetzt auch da ist. Es ist ein komplett geschlossener Prozess.“

Ausschussmitglied Wolfgang Kappler mochte sich mit Biogasanlagen an sich überhaupt nicht anfreunden: „Überall Mais und Raps, ein Eldorado für Wildschweine, die Jäger werden der Lage nicht mehr Herr.“ Außerdem befürchtet Kappler Monokulturen. Mais, so sagte Detlef Koch, sei 100 Jahre nacheinander anbaubar. Das sei natürlich nicht sein Ziel. Er rechnet in den nächsten Jahren mit einem breiteren Anbauspektrum für die Biogasanlage und versicherte, dass kein gentechnisch veränderter Mais für die Anlage angebaut werde.

Auf einen Blick:

Bauherr: GbR Christiane und Detlef Koch Böddenstedt

Standort: Nähe Kuhstall

Leistung: 499 kw/h

Abstand zum nächsten Haus: 600 Meter

Input: Mais, Grassilage,

Rindergülle, Wasser

Output: Substrat, Strom,

Wärme

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