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Bio-Läden in Salzwedel kämpfen mit Konkurrenz von Discountern

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Von: Christian Reuter

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Menschen und Obst und Gemüse
Inhaber Felix Neumann (l.) und Bistro-Koch Martin Seifert vom Bioladen Grünland. © Christian Reuter

Bio-Produkte liegen im Trend. Doch inzwischen bieten nicht nur Bio- und Naturkostläden solche Waren an, sondern zunehmend auch Discounter und andere Supermärkte. Hat die Konkurrenz für die Bioläden schon zu Umsatzrückgängen geführt? Die Altmark-Zeitung fragte bei Bioläden in Salzwedel nach.

Salzwedel. „Man merkt, seit es deutlich kälter geworden ist, also seit September, dass sich das Konsumentenverhalten verändert hat. Dadurch gibt es einen Umsatzrückgang“, sagt Kirsten Schiller, die seit 2016 den Bioladen Natukola in der Breiten Straße betreibt. Genau beziffern könne sie den Rückgang bisher noch nicht, aber er sei schon spürbar.

Sie verweist darauf, dass die Preise bei den konventionellen Lebensmitteln um sechs bis sieben Prozent gestiegen seien, im Biobereich dagegen nur um zwei bis zweieinhalb Prozent. Was die aktuellen Krisen betrifft, sagt sie: „Es ist gerade für alle kleinen Einzelhändler schwierig. Jeder Einzelhändler kämpft ums Überleben.“ Wenn man nicht wolle, dass bald alle Geschäfte in der Salzwedeler Innenstadt leer stehen, müsse man die Händler unterstützen.

Menschen und Obst und Gemüse
Geschäftsführerin Kirsten Schiller (r.) und Mitarbeiterin Yvonne König vom Bioladen Natukola. © Christian Reuter

„Ich habe schon überlegt, ein Schild an meinem Laden herauszustellen, auf dem steht: Kauft lokal, rettet die Innenstadt“, erklärt Schiller. Regionales Gemüse sei gesünder und schone die Umwelt.

Schon seit 23 Jahren besteht der Bioladen Grünland in der Chüdenstraße. „Uns geht es gut, wir haben keinen Grund zum Klagen“, sagt der Inhaber Felix Neumann. Zwar habe es im Laden „eine kleine Delle“, also einen Umsatzrückgang gegeben, diesen habe man aber durch das Bistro kompensiert, das seit April dieses Jahres zum Grünland gehört.

Neumann sieht sein Geschäft gut aufgestellt. Dazu trage vor allem auch der Lieferdienst bei, der vor fünf Jahren eingerichtet wurde und in der gesamten Altmark Biokisten verteilt. Die allgemeine Lage will auch Neumann nicht beschönigen: „Für den kompletten Handel ist es ein schwieriges Jahr, allein durch die steigenden Rohstoffpreise, aber wir stehen gut da.“

Im August habe der Anteil an regionalem Gemüse im Grünland bei 81 Prozent gelegen, im September noch bei 76 Prozent. „Wir hatten im Sommer zwölf regionale Gemüsepartner, das sind langjährige Partnerschaften. Das kann kein Aldi oder Netto leisten“, betont Neumann. Und fügt noch hinzu: „Wir leben das und machen das aus Überzeugung.“

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