… für Unterhaltungsverband: Biber bauen immer wieder an der selben Stelle

Meister Bockert sorgt für reichlich Arbeit…

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Meister Bockert benötigt einen Wasserstand von mindestens 50 Zentimetern, sonst baut er Dämme aus Ästen und Zweigen, um einen Teich aufzustauen.

Jahrstedt. Eiskalt ist es am Montagmorgen um 9 Uhr. Eine mit Raureif überzogene Idylle am Jahrstedt 26, dem alten Grenzgraben zwischen Jahrstedt und Kaiserwinkel. Das Dröhnen schwerer Maschinen kommt näher.

„Ah, da kommen die Kollegen ja endlich“, sagt Tino Heimann (31) vom Unterhaltungsverband Obere Ohre. Grund für den morgendlichen Lärm ist ein Biberdamm, der den Jahrstedt 26 anstaut. Deutlich sichtbar hat sich der Wasserstand erhöht.

Mit seinen Dämmen aus vielen Ästen, die auch als Futterspeicher dienen, sorgt Meister Bockert immer wieder für Überschwemmungen auf Äckern und Wiesen. „Die Landwirte beschweren sich bei uns, wenn alles unter Wasser steht“, erzählt Heimann. „Im Moment haben wir sieben Dämme, die wir entfernen dürfen. Welche Biberdämme das genau sind, entscheidet die Naturparkverwaltung.“

Die Naturparkverwaltung prüft Damm und Burg vor Ort genau, bevor sie dem Unterhaltungsverband die Genehmigung erteilt, den Damm zu entfernen. Befinden sich gerade Junge in der Burg, haben Landwirte und Unterhaltungsverband Pech gehabt.

Überhaupt liefert sich der Biber mit den Menschen ein Katz-und-Maus-Spiel. „Die Tiere bauen ihren Damm oft an derselben Stelle. Wenn der Unterhaltungsverband ihn dann wegnimmt, dauert es nicht lange, und der Damm steht wieder da“, berichtet Heimann.

2013 zählte die Naturparkverwaltung über 100 Biberdämme, 70 Prozent davon entfernte der Unterhaltungsverband wieder. „Das ist schon nervig. Wir haben schließlich auch noch andere Einsätze zu erledigen und räumen nicht nur die ganze Zeit den Bibern hinterher“, ärgert sich Heimann.

Der Biber war fleißig und hat das Wasser im Jahrstedt 26 um fast 80 Zentimeter angestaut.

„Donnerwetter! So einen großen Damm habe ich noch nicht gesehen“, entfährt es Thomas Braumann (45) bei einem prüfenden Blick auf die bevorstehende Arbeit. Das Wasser hinter dem Biberdamm steht fast 80 Zentimeter höher als im weiteren Verlauf des Grabens. Kollege Florian (25) holt die Kettensäge hervor und fällt zunächst einmal einige schmale Birken. „Wenn wir die Bäume nicht wegnehmen, kommen wir nicht richtig an den Damm ran“, erklärt Heimann. Während Konkiel die ersten Birken schon zu Fall gebracht hat, fährt sein Kollege Thomas Braumann das Holz auf einem großen Haufen zusammen.

Dann steigt Konkiel in seinen Trecker und fährt dicht an den Graben heran. „Wir müssen vorsichtig sein, wenn wir mit unseren Maschinen so dicht an die Uferböschung heran fahren. Die vom Biber abgenagten Baumstämme sind so spitz, dass wir unsere Treckerreifen damit kaputtmachen“, gibt Heimann zu bedenken. Dann fasst er mit dem großen Greifarm des Treckers zu. Mit einem Schwall durchbricht das angestaute Wasser das Hindernis, als er das vom Biber kunstvoll gestapelte Geäst anhebt.

Braumann fährt unterdessen mit seinem Trecker die gefällten Birken auf einen Haufen zusammen. Das Holz bleibt für den Besitzer der Fläche liegen. Auf einen anderen Stapel kommt das Geäst des Biberdamms. „Wenn wir hier fertig sind, dann haben wir zwei Treckerhänger voll mit Krempel“, erklärt Heimann. „Die Arbeit mit den Biberdämmen ist zwar mühselig, aber die Verständigung mit der Naturparkverwaltung funktioniert sehr gut“, resümiert er. Während der ganzen Arbeit der Männer vom Unterhaltungsverband lässt sich Meister Bockert kein einziges Mal blicken. Gesehen hat Heimann die emsigen Nager schon ein paar Mal. Vor allem an der Ohre. „Dort gehen öfters Leute spazieren. Ich habe das Gefühl, die Biber sind dadurch nicht so scheu.“

Von Katharina Schulz

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