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Zwölf Motive bereits fertig: Graffiti-Künstler Klahs und Klaas gestalten ZSP seit zwei Jahren

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Von: Holger Benecke

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Das historische Salzwedel auf einen Blick – nach einem Motiv von Fotografenmeister Detlef Wunberger – als Graffito umgesetzt – erfreut die Bewohner im ZSP. © Privat

Im tristen Winter wird es im Zentrum für Soziale Psychiatrie (ZSP) an der Hoyersburger Straße in Salzwedel wieder richtig bunt. Dort sind „Farbkraft“ mit ganz viel Engagement dabei, die Räume zu gestalten. „Farbkraft“ – das sind Martin Klahs und Lars-Christian Klaas, die mit ihrem Graffiti-Können weit über die Region hinaus gefragt sind. So wurde das Duo auch schon von einem großen Label für eine Luxus-Modemesse in Florenz gebucht

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„Farbkraft“ das sind Martin Klahs (l.) und Lars-Christian Klaas. © Benecke, Holger

Salzwedel - Doch zurück zum ZSP: Das Projekt begann bereits vor zwei Jahren, als die beiden Künstler eine Anfrage aus der Hoyersburger Straße erreichte. Dabei ging es um das Gestalten der Gruppenräume. „Diese haben Namen wie ,Regenbogen‘ und ,Weitblick‘“, legt Lars-Christian Klaas den Ansatz für die Gestaltungen offen. Fotos wurden herausgesucht, die Farbgebung besprochen und das Vorhaben mit der ZSP-Mannschaft abgesprochen.

Projekt entstand vor zwei Jahren

Über den Winter haben die sonst meist an der frischen Luft sprayenden Künstler sich richtig Zeit genommen und Raum für Raum mit tollen Motiven zu verschönern. Inzwischen haben sie zwölf Gruppenräume geschafft. „Es macht richtig Spaß hier zu arbeiten, wenn die Bewohner einem zuschauen und sich freuen“, sagt Martin Klahs. „Freude und auch Lob für uns. Die Leute freuen sich ganz doll. Das Feedback ist fantastisch“, ergänzt Lars-Christian Klaas. Im Gegensatz zu Bildern können die Graffiti nicht kaputtgemacht oder heruntergerissen werden. Sie sind zusätzlich schutzversiegelt, sodass, selbst wenn etwas dagegen spritzt, es einfach nur abgewischt zu werden braucht.

„Ein Haus voller Emotionen.“

Martin Klahs, Graffiti-Künstler

Inzwischen ist das „Farbkraft“-Duo in der Turnhalle unter dem Dach angekommen. „Wir haben gut Gas gegeben“, blickt Martin Klahs auf das große Wandgemälde am Giebel der Turnhalle. Dort wollen die Graffiti-Künstler ein Riesenstadion mit ganz vielen Fußballmannschaften und Fanblöcken abbilden. „Mit vielen Einzelmotiven – Emotionsbilder halt“, haben Klahs und Klaas vor.

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„Weitblick“ nennen die Graffiti-Künstler ihr Werk, das sie dem gleichnamigen Gruppenraum im Zentrum für Soziale Psychiatrie angepasst haben. © Privat

Und natürlich prangt im ZSP nun auch ein großes Salzwedel-Bild. Motivgeber ist Salzwedels Fotografenmeister Detlef Wunberger. Er hat vor Jahren ein Bild gestaltet, auf dem er mittels Photoshop alle bedeutenden Salzwedeler Türme, Bauwerke und historischen Gebäude zusammengerückt hat. Das daraus entstandene Foto hängt beim Meister neben seinem Atelier in entsprechender Größe. Und nun auch als Graffiti von Martin Klahs und Lars-Christian Klaas im sozialpsychiatrischen Zentrum an der Hoyersburger Straße. Sehr zur Freude der Bewohner, von denen die Künstler beide Daumen hoch bekamen.

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Die Turnhalle wird in ein Sportstadion verwandelt. © Privat

Große Wertschätzung für die Akteure

„Das ist natürlich das schönste und höchste Lob für uns“, schwärmen beide auch von der Wertschätzung, die ihrer Arbeit im ZSP von den Bewohnern und den Mitarbeitern entgegengebracht wird. Auch wenn die ZSPler sich von den beiden arbeitenden Sprayern fernhalten sollen – Stichwort Lackdünste – sie schmuggeln sich immer wieder rein. „Ein Bewohner hat uns sogar ein kleines Bewerbungsheft mit vielen kleinen Bildern gemalt und zwischen die Dosen gesteckt“, schwärmt Martin Klahs.

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Das ist der Raum der Regenbogengruppe, den die beiden Sprayer gestaltet haben. © Privat

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