Polizei schickt alkoholisierten Salzwedeler weg, der flippt aus

Betrunkener randaliert in der Innenstadt

Salzwedel. Mit 1,76 Promille im Blut schleuderte der Angeklagte (40) voller Wut einen Keramikblumentopf auf die Motorhaube eines BMW und beschädigte anschließend mehrere Fahrräder, die in der Innenstadt abgestellt waren.

Für seinen Ausraster musste sich der Salzwedeler vor dem Amtsgericht verantworten.

Im Gericht

Der Angeklagte war im September 2015 um 23 Uhr im Salzwedeler Polizeirevier aufgetaucht. „Was ich da wollte, weiß ich allerdings nicht mehr. Es muss aber wichtig gewesen sein, sonst hätte ich mich ja nicht auf den Weg gemacht“, gibt der Salzwedeler auf Nachfrage von Richter Klaus Hüttermann zu Protokoll. Die Beamten raten dem betrunkenen und lallenden Mann aber, am nächsten Morgen wiederzukommen, wenn er nüchtern sei. Als der 40-Jährige aus dem Revier geschickt wird, beginnt dieser auf der Straße zu randalieren.

Dabei landete zunächst ein Keramikblumentopf, der vor einer Bäckerei stand, auf einer Automotorhaube. Doch damit nicht genug. Am Kulturhaus lässt der Schlosser seine Wut an dort abgestellten Fahrrädern aus, bis er von herbeigerufenen Polizeibeamten in Gewahrsam genommen wird. Und die Nacht doch noch im Revier verbringen darf.

„Den entstandenen Schaden habe ich verursacht und dafür stehe ich auch gerade“, gibt der 40-Jährige vor dem Richtertisch zu, seinen Ausraster kann er sich aber selbst nicht erklären. Neun Einträge finden sich im Strafregister, alle wegen Erschleichung von Leistungen wie Schwarzfahren. „Durch diese hohe Anzahl an Vorstrafen müsste ich jetzt eigentlich eine Freiheitsstrafe verlangen. Aber das letzte Urteil liegt schon gut drei Jahre zurück und Sie sind nicht einschlägig vorbestraft, daher bleibt es bei einer Geldstrafe“, so die Staatsanwältin.

Auch Richter Hüttermann legte dem angeklagten Salzwedeler das Geständnis zugute, „aber dennoch bleibt dieses Verhalten völlig inakzeptabel. Diese Leute, deren Sachen Sie demoliert haben, haben Ihnen nichts getan und bei den Schulden, die Sie durch die anderen Verurteilungen angehäuft haben, werden die Geschädigten wohl noch sehr lange auf ihr Geld warten müssen.“ 1600 Euro Geldstrafe sowie die Schadenersatzforderungen in Höhe von 45 Euro für den Blumentopf sowie 500 Euro für die eingedellte Motorhaube kommen auf den Angeklagten zu.

„Eigentlich ist der Schaden noch sehr viel höher, aber die anderen Geschädigten haben auf eine Wiedergutmachung verzichtet. Nutzen Sie diese Chance“, gab Amtsgerichtsdirektor Dr. Klaus Hüttermann dem Angeklagten noch mit auf den Weg.

Von Katja Lüdemann

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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